25.05.2010
Um Wege aus der Wirtschaftskrise geht es bei einer Fachtagung Anfang Juni in Jena. „Die Konferenz soll zeigen, dass Wissenschaft in einer durchaus dramatischen gesellschaftlichen Krisensituation Diagnosefähigkeit entwickelt und Denkanstöße für Lösungen liefert“, beschreibt der Soziologe Klaus Dörre das Anliegen der Konferenz.
Die Experten würden dabei zu Mechanikern, um den Wachstumsmotor zukünftig wieder in Gang zu setzen, fügte Dörre hinzu, der zu den Organistaoren zählt. Kontroverse Blicke werden am ersten Tag auf die Krisenproblematik geworfen. „Nachhaltiges Wirtschaften?“, „Radikale Innovation?“ oder „Rückkehr des Staates?“ – die Wissenschaftler aus dem Jenaer Zentrum für interdisziplinäre Gesellschaftsforschung (JenZiG) nehmen sich dieser Alternativen an. Ein Vortrag des international führenden Wirtschaftsgeografen, Allen J. Scott, wird weitere Überlegungen einfließen lassen, die auch in die abschließende Podiumsdiskussion des Konferenztages eingehen können. „Green New Deal – ein Weg aus der Krise?“ lautet der Titel der Diskussion, an der sich die geladenen Referenten beteiligen werden. Zu ihnen zählen u. a. der zweite Vorsitzende der IG Metall Detlef Wetzel und der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig.
Am 4. Juni wird sich die Debatte aus einer eher soziologischen Perspektive um die Dynamiken und Grenzen des Kapitalismus drehen. Die Politikerinnen Andrea Ypsilanti und Katja Kipping werden dazu ebenso Stellung beziehen wie die Soziologen Claus Offe und Sighard Neckel.
„Ein besonderer Höhepunkt wird sicherlich der Abschlussvortrag des weltbekannten Ökonomen James K. Galbraith sein“, sagte Dörre. „Er wird sich mit der Frage beschäftigen, ob der notwendige Umbau in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft mit grüner Technologie, die auf erneuerbaren Energien gründet, zu einer Art ,Jungbrunnen’ kapitalistischen Wachstums werden kann.“
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