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14.07.2010

Machnig: 7,50 Euro Mindestlohn verstärkt Abwanderung

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat die Entscheidung der Bundesregierung für einen Mindestlohn im Pflegebereich begrüßt. Zugleich kritisiert er den Unterschied, der noch 20 Jahre nach der Wende zwischen Ost und West gemacht wird. „Dies ist ein falsches Signal“, erklärte der Minister am Mittwoch in Erfurt.

Ab 1. August erhalten rund 600.000 Pflegekräfte einen Mindestlohn. In den alten Bundesländern und in Berlin soll er bei 8,50 Euro, in den neuen Bundesländern bei 7,50 Euro liegen. „Die Schlechterstellung der ostdeutschen Pflegerinnen und Pfleger schwächt die neuen Länder“, sagte Machnig. Die Pflegekräfte würden in die Bundesländer ziehen, in denen sie besser bezahlt werden. 

Es sei unverständlich, dass noch immer zwischen ostdeutschen und westdeutschen Pflegekräften unterschieden werde. „Die Pflegerinnen und Pfleger in den neuen Ländern arbeiten genauso hart wie ihre Kollegen in Westdeutschland, werden aber schlechter bezahlt“, sagte Machnig. Hinzu kämen oftmals längere Arbeitszeiten. Es sei kein Wunder, wenn die Beschäftigten aus Thüringen weiterhin in die benachbarten Bundesländer ziehen, in denen selbst der Mindestlohn höher ist.  

Der Pflegeberuf ist ein typischer Frauenberuf: So arbeiten in Thüringen rund 21.000 Beschäftigte in Heimen, darunter sind rund 17.000 Frauen. „Die Pflegerinnen in den neuen Bundesländern sind somit doppelt benachteiligt“, so der Minister. Sie würden ohnehin schon schlechter bezahlt, da sie in einem Frauenberuf tätig sind. „Der Pflegeberuf ist ein harter Job“, sagte Machnig. „Die Beschäftigten, die diesen Job machen, müssen anständig bezahlt werden.“ Die Bundesregierung hätte die richtige Botschaft gegeben, wenn sie auch für die Pflegebranche in Ostdeutschland einen Mindestlohn von 8,50 Euro durchgesetzt hätte.

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