Wirtschaft & Politik

09.06.2010

Thüringen unterstützt Programm für Bürgerarbeit mit 3 Millionen Euro


Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (Foto: TMWAT)

Thüringen wird sich am Bundesprogramm für Bürgerarbeit zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit beteiligen. Das Projekt werde mit 3 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt, um die Teilnehmer zu betreuen und ihnen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. unterstützen.

„Die Bürgerarbeit sei „ein sinnvolles Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik, um Langzeitarbeitslose zu integrieren“, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Mittwoch in Erfurt. Zuvor hatte er eine Vereinbarung mit der Bundesagentur für Arbeit zur Zusammenarbeit bei dem Programm Bürgerarbeit unterzeichnet. Machnig sagte, Ziel sei es, eine Brücke zum ersten Arbeitsmarkt zu bauen und die sehr hohe Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren. Es gebe in Thüringen einen „harten Kern“ von Langzeitarbeitslosen, die kaum Aussichten auf einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten. Nach Angaben der Arbeitsagentur waren im Mai etwa 37.000 der rund 118.000 Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Job.

Mehr Bewerber als Plätze

Um die Teilnahme an dem Programm Bürgerarbeit haben sich in Thüringen 15 Grundsicherungsstellen beworben. Nach den eingereichten Konzepten gibt es etwa 3500 potenzielle Teilnehmer, deutlich mehr als voraussichtlich Plätze vorhanden sind. Nach dem Verteilungsschlüssel, der sich am Anteil der Langzeitarbeitslosen orientiert, entfielen auf Thüringen Mittel für etwa 1500 Projektteilnehmer. Allerdings sei das Interesse in den einzelnen Ländern unterschiedlich groß, sagte der Chef der für Thüringen zuständigen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius. Deshalb müsse man die Entscheidung des Bundesarbeitsministeriums abwarten, welche eingereichten Konzepte letztlich den Zuschlag erhalten.

1,3 Milliarden Euro für das Programm

Der Bund stellt für das Programm bis 2014 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung, mit denen bundesweit 33 400 Plätze finanziert werden können. Bis Ende des Monats wolle das Bundesarbeitsministerium die Projekte für das Programm auswählen. Ab 1. Juli wird es eine sechsmonatige Aktivierungsphase geben, in der die Teilnehmer an dem Progrramm ausgewählt werden. Die eigentliche Bürgerarbeit beginnt dann ab 1. Januar 2011 für maximal drei Jahre.

Kein Ersatz für Beschäftigung

Senius sagte, Bürgerarbeit könne gute Impulse zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit leisten. Allerdings sei sie kein Ersatz für Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, sondern nur eine Alternative zur Arbeitslosigkeit. Nach seinen Angaben soll Bürgerarbeit in der Kranken- und Altenpflege, in Kindertageseinrichtungen, Kirchen, Museen und Vereinen sowie im Natur- und Umweltschutz geleistet werden. Vorgesehen seien wöchentlich 30 Arbeitsstunden, für die die Betroffenen 900 Euro monatlich erhalten. Dabei würden die Betroffen immer mit regulären Beschäftigten zusammenarbeiten.  Ausgeschlossen werden soll zudem, dass Bürgerarbeit nicht zur Wettbewerbsverzerrung führe und reguläre Beschäftigung verdrängt.

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