Vermischtes

02.06.2010

TU-Forscher entwickeln Mini-Hubschrauber für Katastrophenfälle


Prototyp eines Quadrocopters (Foto: TU Ilmenau)

Die Technische Universität Ilmenau entwickelt Technologien, mit denen in Extremsituationen die Mobilfunkkommunikation wiederhergestellt werden kann. Insbesondere in Katastrophenfällen, etwa bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Sturm- oder Flutkatastrophen sollen sie helfen, die zusammengebrochene Kommunikationsinfrastruktur wieder aufzubauen.

Die neue Technologie ist nach Angaben der TU Ilmenau selbstorganisierend. Das System erkenne automatisch, ohne menschliches Zutun, dass die Mobilkommunikation zusammengebrochen ist, und repariere umgehend und ebenso eigenständig das schadhafte Kommunikationsnetz. Dazu werde eine Luftbrücke aus kleinen fliegenden Robotern aufgebaut. So genannte „Quadrocopter“, etwa 80 Zentimeter große Hubschrauber mit vier Rotorblättern,  werden in das Zielgebiet eingeflogen, um eine Kommunikationskette aufzubauen und so den unterbrochenen Handyempfang wieder zu ermöglichen.   Mit den Mini-Hubschraubern können im Katastrophengebiet auch Opfer geortet werden. Damit die Quadrocopter beispielsweise in Gebirgsgegenden oder Straßenschluchten eingesetzt werden können, müssen sie besonders wendig und leicht zu manövrieren sein. Prototypen, die an der TU Ilmenau entwickelt und gebaut wurden, sind, obwohl erst im Entwicklungsstadium, in der Lage, komplizierte Flugbewegungen wie Loopings zu vollführen. Um sie möglichst unabhängig vom Wetter einsetzen zu können, können die Quadrocopter selbst bei starkem Wind fliegen. Für die entsprechenden Forschungen hat die Universität ein Graduiertenkolleg „Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien“ eingerichtet. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG mit 6,5 Millionen Euro über viereinhalb Jahre gefördert. In Graduiertenkollegs wird hochspezialisierte Forschung betrieben. Für das neue Graduiertenkolleg haben sich 28 Doktorandinnen und Doktoranden aus 10 Ländern qualifiziert.

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