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27.04.2005

Mit digitalen Satellitendaten gegen das Marburg-Virus

Die Jenoptik-Tochter Jena-Optronik leistet im Rahmen des Projekts

"Epidemio" einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die tödliche Krankheit.

 

Digitale Satellitendaten von Luanda, der Hauptstadt Angolas, helfen der

Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) im Kampf gegen

das tödliche Marburg-Virus. Die Daten wurden für die Nutzer vor Ort im

Rahmen des ESA-Projektes Epidemio aufbereitet. Dieses Projekt, bei dem

Satellitendaten vektorisiert und klassifiziert und damit nutzbar gemacht werden, leitet die Jenoptik-Tochter Jena-Optronik.

 

"Die Satellitendaten sind uns eine große Hilfe bei dem jüngsten Ausbruch des Marburg-Virus in Angola", so Johan Lemarchand, Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation WHO. Erstmals werden digitale Daten im Kampf gegen eine solche Epidemie eingesetzt. Die Siedlungskarte von Luanda, kartiert aus Daten des französischen Satelliten SPOT 5 mit einer Auflösung am Boden von 2,5 Metern, dient zur besseren Orientierung vor Ort und ermöglicht neben der logistischen Einsatzplanung zur Versorgung der Kranken auch eine Überlagerung mit historischen Daten. Informationen über Versorgungseinrichtungen können

ebenso integriert werden wie Ausbreitung der gemeldeten Fälle. Besonders der geografische Bezug ist dabei von hoher Bedeutung.

 

Die Erkrankung ist vergleichbar mit dem Ebola-Virus. Eine Infektion mit dem Marburg-Virus, das Anfang April in Angola ausgebrochen ist, verursacht Blutungen in allen Organen und Geweben des menschlichen Körpers. Die Inkubationszeit beträgt zwischen fünf und neun Tagen und bei tödlichem Verlauf versterben die Patienten im Koma.

 

Im vergangenen Jahr hatte die Jenoptik-Tochter Jena-Optronik GmbH die

Führerschaft des ESA-Projektes Epidemio erhalten. Ziel des Projektes ist es, Satellitenbilder datentechnisch so auszuwerten, dass anhand besonderer Charakteristika der Umwelt Ausbreitungswege von Epidemien besser vorhersagbar werden. Schutzmaßnahmen können dann gezielt in besonders gefährdete Regionen und Ortschaften gelenkt werden. In das Projekt werden als mögliche Nutzer der Daten die WHO und acht weitere Forschungseinrichtungen in Europa und Afrika einbezogen. Mit dem jetzigen Einsatz in Angola wird bereits früher als geplant auf die umfangreichen Satellitendaten zurückgegriffen.

 

Die konkreten Forschungsarbeiten der Jena-Optronik zusammen mit

internationalen Projektpartnern hatten im Januar 2004 begonnen. Referenzregionen in Afrika und Endnutzer wurden von Mitarbeitern besucht, um die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort mit den Satellitendaten abzugleichen, um diese dann für jede Region der Erde entsprechend schnell - wie jetzt in Angola - interpretieren zu können.

 

Die Jena-Optronik GmbH, 1992 gegründet, entwickelt und fertigt

opto-elektronische Instrumente und Systeme, Lageregelungssensoren und

Software für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie zivile Sicherheit. Zu den Entwicklungen der Jena-Optronik gehören autonome Sternsensoren sowie eine Familie von Kamerasystemen für die Erdbeobachtung und Meteorologie in verschiedenen Auflösungen und Anwendungen. Außerdem bietet die Jena-Optronik GmbH umfassende Ingenieur-Dienste sowie Software für Aerospace und Sicherheitstechnik an.

Die Jena-Optronik GmbH mit 120 hoch qualifizierten Mitarbeitern am

Standort in Jena ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der

JENOPTIK AG im Unternehmensbereich Photonics.

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