Wirtschaft & Politik

13.07.2010

Machnig: Jeder Jugendliche kann Ausbildungsplatz bekommen

Jugendliche, die nach einer Lehrstelle suchen, haben in Thüringen zurzeit theoretisch gute Karten. Die Ausbildungslücke ist kleiner geworden. Im Juni 2010 haben die Bundesagentur für Arbeit und die kommunalen Träger 11.265 Bewerber (darunter 5162 Frauen) sowie 10.544 Ausbildungsplätze registriert. Somit kommt knapp eine Stelle auf einen Bewerber. „Jeder Jugendliche in Thüringen hat die Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig am Dienstag in Erfurt.

Allerdings hätten wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres gerade mal 4119 Bewerberinnen und Bewerber (36,6 Prozent) bereits einen Ausbildungsplatz. 4880 Bewerber dagegen befänden sich noch in der Warteschleife. Der Minister fordert die Unternehmen auf, Lehrlinge einzustellen und sich schnell für die Bewerber zu entscheiden. „Jeder Jugendliche, der eine Lehrstelle sucht, muss jetzt aktiv werden“, sagte der Minister. Die Unternehmen sollten jedem eine Chance geben. Sie müssten verstehen, dass die Zukunft ihrer Wettbewerbsfähigkeit sowie ihr Geschäftsmodell von der Qualifikation ihrer Mitarbeiter, insbesondere der jungen, abhängen.

Schieflage bei Berufen

In beliebten Berufen gibt es einen Bewerberüberschuss, in anderen suchen Unternehmen händeringend nach Jugendlichen. So waren im Juni wiederum 4794 Lehrstellen noch unbesetzt, 296 bzw. 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir brauchen eine effektive und schnelle Vermittlung, damit die Jugendlichen von den freien Stellen erfahren und sich im Notfall umorientieren können“, sagte der Minister.  

Deutlich weniger Bewerber

Aufgrund des demographischen Wandels ist die Zahl der Bewerber im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2009 um 12,4 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der aktuellen Schulabgänger hat im Vergleich zum Vorjahr um 14,2 Prozent abgenommen, die der Altbewerber um 8,4 Prozent. „Thüringen verliert immer mehr Jugendliche“, so der Minister. Insgesamt ging die Zahl der Bewerber in den neuen Ländern im Juni um 13,8 Prozent (12.641 Bewerber) zurück, während Westdeutschland einen Zuwachs von 2,1 Prozent melden kann. „Die Zeit, dass nur nach schulischer Qualifikation eingestellt werden kann, ist vorbei“, so Machnig. „Alle Qualifikationsreserven müssen in Thüringen gehoben werden.“ Das hätten viele, aber nicht alle Unternehmen verstanden. Darauf käme es in den nächsten Jahren aber verstärkt an.

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