Handwerk bleibt optimistisch
Das Handwerk in Nord- und Mittelthüringen blickt auf ein gutes erstes Quartal 2012 zurück und ist für die Zukunft optimistisch. Zwar ging der Umsatz leicht zurück, doch erwarten gut 93 Prozent der Unternehmen gute bis befriedigende Geschäfte. Dafür sprechen die hohe Auslastung der Handwerksbetriebe und die gestiegene Reichweite der Aufträge, wie die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Erfurt unter 3000 Mitgliedsunternehmen ergab.
21 Prozent der Befragten Betriebe bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, konstatierte Kammerpräsident Stefan Lobenstein bei der Präsentation der Umfrageergebnisse am Freitag in Erfurt. 58 Prozent sprachen von einer befriedigenden Geschäftslage. Das sei saisonbedingt etwas schlechter als im vorangegangenen, üblicherweise starken vierten Quartal. Der Zufriedenheitswert von insgesamt 79 Prozent sei aber genauso hoch wie vor einem Jahr, sagte Lobenstein.
Die gute Entwicklung ziehe sich durch alle Branchen, erläuterte der Kammerpräsident. Lediglich im Kfz-Handwerk seien noch die Auswirkungen der Abwrackprämie mit ihrer Verjüngung der Fahrzeugflotte zu spüren. Überdurchschnittliche Werte erzielten indes die personenbezogenen Dienstleistungen wie Uhrmacher, Schneider, Schuhmacher und Friseure sowie die Gesundheitsberufe. Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus werde stärker konsumiert.
Konjunktureintrübung ohne Wirkung
„Die leichte Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich beim Handwerk nicht niedergeschlagen“, konstatierte Lobenstein weiter. Als Indiz dafür führte er die Auftragsreichweite an. Sie sei um eine Woche auf den Rekordwert von 7,6 Wochen gestiegen. Auch die Auslastung der Unternehmen sei gut. Sie liege bei durchschnittlich 77 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr. Über 20 Prozent der Handwerksbetriebe seien sogar zu mehr als 90 Prozent ausgelastet.
Klarheit über Sanierungsvorhaben
Auswirkungen befürchtet Lobenstein aber durch die Finanznot der öffentlichen Auftraggeber. Vor allem das Auslaufen des Konjunkturpakets II und sinkende staatliche Förderung könnten insbesondere die Geschäfte im Bau- und Ausbaugewerbe beeinträchtigen. Einen gewissen Ausgleich erwarte er aber von den Plänen zur Förderung der energetischen Sanierung von Wohngebäuden. Eine Entscheidung sei aber überfällig, sagte Lobenstein. Das Handwerk müsse Klarheit und Planungssicherheit haben.
13.04.2012
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