Special > Hintergrundbericht

Neue Sensoren für Autoindustrie aus Eisenach (RegioWeb-Reportage)


Eine Mitarbeiterin kontrolliert die Produktion von Sensoren (Fotos: Uwe Frost)

Eine Mitarbeiterin kontrolliert die Produktion von Sensoren (Fotos: Uwe Frost)


Gruppenleiter Jens Herrmann erläutert die Fertigung von Sensoren für die Autoindustrie

Gruppenleiter Jens Herrmann erläutert die Fertigung von Sensoren für die Autoindustrie


Prüfender Blick auf einen Niederdrucksensor

Prüfender Blick auf einen Niederdrucksensor


34 Millionen solcher Sensoren werden derzeit pro Jahr bei Bosch in Eisenach hergestellt

34 Millionen solcher Sensoren werden derzeit pro Jahr bei Bosch in Eisenach hergestellt

Die Robert Bosch Fahrzeugwerke Eisenach GmbH bereitet die Herstellung neuer Sensoren vor. Dabei will sich das Unternehmen künftig auf die Produktion hochwertiger Sensoren konzentrieren, kündigte Geschäftsführer Uwe Schweigert am Montag in Eisenach an. Im nächsten Jahr soll die Serienproduktion eines Sensors beginnen, der erstmals über eine digitale Schnittstelle verfügt. Ein Jahr später will das Unternehmen einen Sensor für EU-6-Motoren auf den Markt bringen.

Bereits in diesem Jahr investierte die Eisenacher Bosch-Tochter  38 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung der Produktion, unter anderem für die Herstellung von Luftmassenmesser, Hochdruck- und Mitteldrucksensoren. 2012 würden weitere 32,8 Millionen Euro investiert, unter anderem auch für die neuen Erzeugnisse.  Der Niederdrucksensor mit digitaler Schnittstelle ist bereits die vierte Generation dieses Typs. Bereits über 200 Millionen Niederdrucksensoren sind in Eisenach hergestellt worden.

Marktanteil von 50 Prozent

Derzeit werden 34 Millionen solcher Sensoren pro Jahr geliefert, die Drücke zwischen 0 und 4,5 bar messen. Weltweit hat Bosch nach Angaben Schweigerts bei diesem Sensortyp einen Marktanteil von 50 Prozent. Dabei kommt jeder vierte in der weltweiten Automobilindustrie verbaute Niederdrucksensor aus Eisenach.

Eisenach wird Leitwerk

Das Werk Eisenach ist Leitwerk für Niederdrucksensoren im weltweiten Konzernverbund, sagte Schweigert. Das bedeutet, hier liegt die Verantwortung für die Zuordnung einzelner Typen zu den Produktionsstandorten in aller Welt, hier wird die Produktion aller Standorte koordiniert und hier werden die Fertigungs- und Qualitätsstandards festgelegt. Und bei der Qualität setze das Eisenacher Werk auch tatsächlich Maßstäbe, sagen Schweigert und sein Co-Geschäftsführer Wolfgang Zahn: Von einer Million Niederdrucksensoren monierten die Fahrzeughersteller gerade einmal 2 fehlerhafte Sensoren beim Einbau. Ein namhafter Autohersteller hat binnen zwei Jahren nicht einen einzigen Sensor beanstandet.

Zuschlag für Batteriewerk                               

Diese hohe Qualität war auch einer der Gründe, warum Eisenach den Zuschlag für eine Pilotanlage zur Grundlagenforschung für Batterien erhielt. In Kürze wird mit dem Bau der Anlage begonnen, die von einer weiteren Tochter, der Bosch Battery Solutions GmbH, verantwortet wird. Das Unternehmen wird Materialien und Fertigungsverfahren für Batterien entwickeln und testen, die für Schiffsmotoren bestimmt sind und zum Beispiel in der Binnenschifffahrt eingesetzt werden können, sagt Schweigert. Erste Muster der Lithium-Ionen-Batterien sollen spätestens Anfang 2013 hergestellt werden. Investiert werden 75 Millionen Euro, 80 Mitarbeiter sollen in diesem Kompetenzzentrum arbeiten.

Modernste Sensortechnik

Im 1992 errichteten Fahrzeugelektrikwerk, in dem heute eine Stammbelegschaft von 1700 Mitarbeitern und weitere 160 Leiharbeiter beschäftigt sind, wird ab 2013 ein neuer Sensor in die Fertigung gehen. Er misst direkt in der Brennkammer des Motorzylinders Druck und Temperatur. Die Werte dienen unter anderem dazu, Einspritzmenge und –zeitpunkt zu regeln und damit Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu senken. Der Sensor ist für Motoren bestimmt, die die Abgasnorm EU-6 erfüllen, die ab 2014 für Neufahrzeuge in der Europäischen Union gilt.

07.11.2011