Zeitarbeitsfirma GeAT findet nicht mehr genügend Fachkräfte
Die Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen (GeAT) findet nicht mehr genügend qualifiziertes Personal. Ein Grund ist die steigende Nachfrage und der wachsende Anteil jener Zeitarbeiter, die vom ausleihenden Unternehmen übernommen werden, sagte GeAT-Vorstandssprecher Helmut Meyer am Dienstag in Erfurt. Die so genannte Integrationsquote sei von 52 Prozent im vergangenen Jahr auf mittlerweile fast 60 Prozent gestiegen. "Das zeigt, dass Zeitarbeit ein Sprungbrett für den ersten Arbeitsmarkt ist", sagte Meyer.
Pro Woche stelle die GeAT rund 80 Arbeitnehmer ein. Um der Nachfrage nach qualifiziertem Personal gerecht zu werden, würden die Leiharbeiter von der GeAT gezielt nach den Bedürfnissen der Ausleihunternehmen qualifiziert. Derzeit arbeite die tarifgebundene GeAT mit rund 700 Unternehmen vornehmlich in Thüringen zusammen.
Von der Krise erholt
Das in Erfurt ansässige Zeitunternehmen hat sich von der Krise 2008/09 wieder gut erholt. Zur Zeit stehen 1438 Leiharbeiter auf der Gehaltsliste von GeAT. Anfang 2009 waren es gerade mal noch 870. Für dieses Jahr peilt Meyer mehr als 1600 Mitarbeiter an. Der Schwerpunkt der GeAT-Leiharbeiter liege im gewerblich-technischen Bereich in den Branchen, Maschinenbau, Kfz-Zulieferer, Metall- und Kunststoffindustrie sowie Nahrungsgüterindustrie. Gesucht würden vor allem Techniker, Facharbeiter und gute Handwerker, sagte Meyer.
Zeitarbeit ermöglicht Flexibilität
Meyer wies Vorwürfe zurück, Zeitarbeit ersetze feste Beschäftigungsverhältnisse. "Keiner will, dass feste Mitarbeiter entlassen werden und dafür Leiharbeiter durch die Drehtür hereinkommen", sagte der GeAT-Chef . Zudem setze er sich dafür ein, dass in der Branche der Mindestlohn verbindlich für alle Arbeitgeber durchgesetzt wird. Zudem müsse gemeinsam mit den Sozialpartnern ein tragfähiges Konzept für Equal pay kreiert werden.
Den Vorstoß von Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig, die Förderquote von Unternehmen an die Quote der Zeitarbeiter zu koppeln, bewertete Meyer als falsch. Unternehmen müssten flexibel agieren können. Zeitarbeit verschaffe ihnen die nötige Luft zum Atmen, sagte Meyer.
Auf Wachstumskurs
Unternehmerisch sieht der Vorstand die GeAT auf Wachstumskurs. Die Niederlassung in Gera soll ausgebaut werden. Zudem ist ein Regionalbüro in Sömmerda geplant. Außerdem werde die GeAT zwei Büros einer Zeitarbeitsfirma in Sangerhausen und in Wolfen (Sachsen-Anhalt) übernehmen und damit ihr Tätigkeitsgebiet ausbauen.
Nach Angaben von Finanzvorstand Diethard Nolte hat die GeAT 2010 ihren Umsatz im Vergleich zu 2009 von 19,82 Millionen auf 24,46 Millionen gesteigert. Der operative Gewinn (EBIT) sei von 92.000 auf 1,73 Millionen Euro angestiegen. Den Jahresüberschuss gab Nolte mit 1,26 Millionen Euro an. 2009 hatte er gerade einmal 122.000 Euro betragen. Für das Gesamtjahr werde ein Ergebniszuwachs von etwa 20 Prozent erwartet.
31.05.2011
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