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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit


Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen ist im November im Vergleich zum Vormonat leicht angestiegen. Die Arbeitsagenturen registrierten 99.095 Erwerbslose, knapp 400 mehr als im Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr waren das aber rund 20.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,4 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 8,3 Prozent und im November 2009 bei 10,0 Prozent gelegen hatte. Bezogen auf die neuen Bundesländer hat Thüringen damit zur Zeit die niedrigste Quote.

Saisonüblicher Anstieg

„Das die Arbeitslosigkeit im November steigt ist üblich, ungewöhnlich ist der geringe jahreszeitliche Anstieg“, sagte der Chef der Landesarbeitsagentur Kay Senius am Dienstag in Halle. Die Erholung der Wirtschaft sei insbesondere auf die flexible Nachfrage der Zeitarbeitsbranche zurückzuführen. Aber auch im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Bauwirtschaft, im Gastgewerbe, in der Verkehrs- und Lagerwirtschaft oder in anderen Dienstleistungsbranchen würden Mitarbeiter gesucht. So meldeten private und öffentliche Arbeitgeber dem Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter im November 5.900 (gg. Vorjahr: +1.800 bzw. 42,9 Prozent) und seit Jahresbeginn 63.500 (gg. Vorjahr: +14.400 bzw. +29,2 Prozent) freie Stellen am ersten Arbeitsmarkt.

Nur zwei Kreise mit mehr als 10 Prozent

Von den 17 Landkreisen haben mittlerweile fünfzehn und von den sechs kreisfreien Städten vier eine Quote unter der Zehn-Prozent-Marke. Die geringste Arbeitslosenquote weisen die Landkreise Sonneberg (4,9 Prozent), Wartburgkreis (5,9 Prozent) und Hildburghausen (6,0 Prozent) auf. Die höchsten Quoten verzeichnen die Stadt Gera (12,1 Prozent) und der Kreis Altenburger Land (11,2 Prozent).

Beschäftigung nahm zu

Die Beschäftigung nahm zum Stand September 2010 und im Vergleich zum Vorjahr weiter zu. Aktuell sind im Freistaat 754.700 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2,3 Prozent mehr als im September 2009.

Jugendarbeitslosigkeit reduziert

Die Jugendarbeitslosigkeit ist weiter abgebaut worden. Im November waren 7900 junge Erwachsene arbeitslos gemeldet (gg. Vormonat: -600 bzw. -6,7 Prozent; gg. Vorjahr: -3.400 bzw. -30,2 Prozent).

Jeder Dritte langzeitarbeitslos

Die Langzeitarbeitslosigkeit konnte sowohl im Verantwortungsbereich der Jobcenter als auch bei den Agenturen für Arbeit abgebaut werden. Dennoch ist fast jeder dritte Erwerbslose dieser Gruppe zuzuordnen. Im November waren 30.700 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit (gg. Vormonat: -600 bzw. -2,0 Prozent; gg. Vorjahr: -4.600 bzw. -13,0 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt bei knapp 31 Prozent.

Neben den 99.095 registrierten Arbeitslosen wird im monatlichen Arbeitsmarktreport auch die Unterbeschäftigung für Thüringen dargestellt: Im November sind 36.600 vormals arbeitslose

Menschen mit den verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten gefördert worden. Darüber hinaus werden 7100 Personen nicht als arbeitslos gezählt, weil sie entweder vorruhestandsähnliche Regelungen in Anspruch nehmen oder zurzeit krankgeschrieben sind. Damit umfasst das Potential derjenigen, die eine reguläre Beschäftigung aufnehmen könnten, 142.800 Personen, 15,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

30.11.2010