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Stiftungsprofessur für Oberflächentechnik in Ilmenau


Beschichtete Motorenbauteile (Foto: TU ILmenau)

Beschichtete Motorenbauteile (Foto: TU ILmenau)

Zum ersten Mal in Deutschland wird eine Stiftungsprofessur durch eine ganze mittelständische Wirtschaftsbranche eingerichtet. Möglich wurde die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ durch eine gemeinsame Initiative der Technischen Universität Ilmenau und des Zentralverbands Oberflächentechnik. Sie wird seit dem 1. August durch Professor Andreas Bund vertreten und soll in gemeinsamen Projekten Forschungsergebnisse liefern, die für die gesamte mittelständisch dominierte Branche der Oberflächentechnik von Nutzen sein werden.
Der an der TU Ilmenau einzurichtende Masterstudiengang „Elektrochemie und Galvanotechnik“ wird von der Universität und dem Zentralverband Oberflächentechnik gemeinsam getragen und ist bundesweit einzigartig. Er wird sowohl Studierenden im Hauptstudium als auch berufsbegleitend angeboten.

Beschichtungen erleichtern Alltag

Moderne Beschichtungen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, erläuterte die TU Ilmenau am Montag. Speziell angepasste, hoch entwickelte Produkte werden heute beispielsweise benötigt in der Fahrzeugindustrie für den Korrosions- und Verschleißschutz, in Elektrotechnik und Elektronik für Edelmetallkontakte oder in der Medizintechnik für Geräte mit funktionellen Oberflächen wie etwa Spritzbestecke oder Implantate. Auch zur dekorativen Veredelung in der Schmuckindustrie und zur Gestaltung von Bädern, Möbeln und Haushaltgeräten werden Hichtech-Beschichtungen verwendet. Die Breite der Anwendungen führte zu einem Markt mit hohen Wachstumsraten, der durch die technische Entwicklung von neuen Materialien, deren Veredelungen und Anpassung an spezielle Anwendungen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen ist und auch in Zukunft wachsen wird.

Exakt angepasste Entwicklungen

Um den großen Bedarf der Wirtschaft an neuen Materialien zu befriedigen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung nötig. Da sich Forschungsarbeiten bislang häufig an potenten Großunternehmen orientierten, haben kleine und mittlere Unternehmen oft Schwierigkeiten, exakt an ihre Bedürfnisse angepasste Schichtsysteme zu finden und grundlegende Fragestellungen von der Wissenschaft schnell und befriedigend bearbeiten zu lassen. Die Einrichtung der Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ an der Technischen Universität Ilmenau ermöglicht eine solche Kooperation von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern in der Forschung einerseits und den industriellen Anwendern andererseits.

04.10.2010