Unternehmen befürchten Engpass bei Fachkräften
40 Prozent der Unternehmen befürchten zunehmende Probleme bei der Gewinnung von Fachkräften. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in einer Sonderumfrage. In den Dienstleistungsbereichen (ohne Handel) seien es sogar mehr als 47 Prozent. Eine Auswertung der Umfrage nach Unternehmensgröße zeige, das mittelgroße und große Unternehmen etwa gleich stark von dem Problem betroffen sind. Nur kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sähen weniger große Probleme, geeignetes Personal zu finden.
Für das Jahr 2015 rechnen laut ifo Institut zwei Drittel der befragten Unternehmen mit einer „mittleren“ oder „starken“ Verknappung von Fachkräften. Für 2020 liegt der Anteil sogar bei 71 Prozent. Kleine und mittelgroße Unternehmen sähen den Engpass vor allem bei Mitarbeitern mit einem qualifizierten Berufsabschluss (59 Prozent bzw. 66 Prozent) und befürchteten für die Zukunft eine deutliche Verschärfung dieser Situation (64 Prozent bzw. 67 Prozent für 2015).
Große Firmen suchen Akademiker
Firmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern klagten hingegen vorwiegend über einen Mangel an Akademikern (60 Prozent). 36 Prozent der großen Unternehmen gaben an, dass sie derzeit Probleme haben, Fachkräfte mit einem beruflichen Abschluss zu finden. Für die Zukunft rechnen die großen Unternehmen allerdings mit einer zunehmenden Knappheit in diesem Bereich. So erwarten die Großunternehmen für das Jahr 2020 zu 64 Prozent einen Mangel an Fachkräften in den Ausbildungsberufen.
Mehr Weiterbildung
Um der Knappheit an Fachkräften zu begegnen, setzen die Unternehmen nach der Umfrage vor allem auf gezielte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen (71 Prozent). Fast die Hälfte der befragten Unternehmen versuche zudem, die eigenen Facharbeiter durch besondere Maßnahmen an den Betrieb zu binden. Immerhin 15 Prozent der Unternehmen reagierten mit strategischen Maßnahmen, wie Outsourcing, Zukäufen oder Kooperationen. Aber auch die Verlagerung der Produktion wurde wiederholt als Folge des Fachkräftemangels genannt.
07.12.2010
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