Wirtschaft & Politik

AOK Plus führt weitere Zusatzleistungen ein


Foto AOK

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Die AOK Plus wird trotz der 2011 erzielten Überschüsse in Höhe von 350 Millionen Euro keine Prämien an ihre Kunden zahlen. Ein Teil des Überschusses soll aber für weitere Zusatzleistungen verwendet werden. „Wir haben gut gewirtschaftet“, sagte der der Verwaltungsratsvorsitzende der Kasse, Sven Nobereit, am Dienstag in Erfurt. Davon sollen die Versicherten durch eine Reihe weiterer Zusatzleistungen profitieren. Zugleich versprach er,  dass die Kasse bis Ende 2014 keinen Zusatzbeitrag einführen wird und der Beitragssatz stabil bleibt.

Das Paket zusätzlicher Leistungen habe ein Volumen von 20 Millionen Euro, sagte Nobereit. Der Rest werde für Rücklagen verwendet. Die Leistungen entsprächen dem Selbstverständnis der AOK Plus als Familienkasse.

Leistungen für Familien

Künftig will die AOK Plus die Kosten für apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente für Schwangere erstatten. Dazu zählen Folsäure, Eisen und Magnesium. Auch die Kosten für einige apothekenpflichtige Medikamente für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren sollen von der Kasse übernommen werden. Das betreffe beispielsweise Ambroxol-haltigen Hustensaft, Antihistaminika gegen Heuschnupfen und als Arzneimittel zugelassene Dermatika. Außerdem will die Kasse auch Präventionsleistungen bei der Zahnbehandlung finanzieren. So steuert sie 40 Euro pro Jahr für die professionelle Zahnreinigung bei.

Prämien abgelehnt

Eine Prämienausschüttungen lehnte der Verwaltungsrat ab. Sie hätten für die Versicherten – wenn überhaupt - nur einen kurzfristigen Effekt, sagte Nobereit. Außerdem verursachten sie Verwaltungskosten und müssten versteuert werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Kasse, Rolf Steinbronn, verwies darauf, dass die Überschüsse in diesem Jahr voraussichtlich deutlich geringer ausfallen werden. 2011 habe es einen einmaligen Effekt durch die Verträge mit den Pharmaherstellern über Arzneimittelkosten gegeben. Dies habe zu Einsparungen von 80 Millionen Euro geführt. „Das wird sich nicht fortsetzen“, sagte Steinbronn. Auch sei unklar, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Hinzu kämen Mehrausgaben im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 300 Millionen Euro aufgrund steigender Arzneimittelpreise und höherer Ärztehonorare.

Nach Angaben Steinbronns hat die AOK Plus derzeit Rücklagen in Höhe von 700 Millionen Euro. Das entspreche einem Monatsbudget. Laut Sozialgesetzbuch dürfen die Kassen Rücklagen von maximal 2,5 Monatssätzen bilden.

19.06.2012