Wissenschaft

Deutsche Krebshilfe fördert Studie zur Therapie beim Blasenkrebs

Mit 860.000 Euro fördert die Deutsche Krebshilfe eine Studie zur Therapie des oberflächlichen Harnblasenkrebs. Auf deutscher Seite wird diese Studie durch die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Jena geleitet. Die Studie soll die Immuntherapie mit dem Therapeutikum  BCG („Bacillus-Calmette-Guerin“) optimieren.

„Das oberflächliche Harnblasenkarzinom liegt auf Rang fünf der häufigsten Krebsarten in Deutschland“, sagte  Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm, Direktor der Klinik für Urologie am UKJ, am Dienstag in Jena. Jährlich erkrankten in Deutschland rund 16.000 Personen daran.

Ein Ziel dieser Therapieform sei es zu verhindern, dass der Tumor nach der operativen Entfernung erneut auftritt und von den oberflächlichen Schichten der Blase in die  Blasenwand vordringt. In diesem Stadium sei eine Therapie deutlich schwerer. „Die Betroffenen verlieren dann ihre Blase“, sagte Grimm. Daher setze die Therapie direkt dann an, wenn das Karzinom noch auf die Oberfläche begrenzt ist. „Bleibt das Karzinom an der Oberfläche, kann die Blase erhalten werden“, erklärte der Mediziner.

Die Studie ist auf über fünf Jahre angelegt; europaweit sollen 1000 Patienten daran teilnehmen, allein in Deutschland 400. Die Klinik für Urologie in Jena ist das deutsche Studienzentrum, in dem die Ergebnisse aus über 30 teilnehmenden Kliniken im gesamten Bundesgebiet zusammenlaufen werden.  BCG wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und ursprünglich als Schutz gegen die Tuberkulose eingesetzt.

Bei der BCG-Therapie erfolgt der Zugang über einen Katheter in die Blase. Dort löst der Stoff eine lokale Immunreaktion aus, die den Übergang des Tumors verhindern soll. „Grob vereinfacht kann man sagen, dass abgeschwächte Bakterien das Krebswachstum verhindern sollen“, sagte Grimm Dabei könne es allerdings zu Symptomen einer Blasenentzündung kommen, zum Beispiel häufigem Harndrang oder schmerzhafter Blasenentleerung. Daher müsse die Therapie optimiert werden, um mögliche Nebenwirkungen zu vermindern.

17.07.2012