DIW: Deutsche Wirtschaft steht vor kräftigem Aufschwung
Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vor einem kräftigen Aufschwung. Das Institut erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent und im nächsten Jahr von 2,4 Prozent. Der Aufschwung werde vor allem von der Binnenwirtschaft getragen, prognostiziert das Institut in ihren am Mittwoch veröffentlichten „Frühjahrsgrundlinien 2012“.
„Wegen des guten Arbeitsmarkts werden die Löhne kräftig steigen und so den privaten Konsum deutlich antreiben“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner bei der Vorstellung des Gutachtens in Berlin.
Arbeitsmarkt weniger dynamisch
Die Konjunkturdelle im Winterhalbjahr 2011/2012 habe auf dem Arbeitsmarkt bisher keine Spuren hinterlassen. Allerdings erwartet das Institut, dass die schwächere Gewinnentwicklung den Aufbau der Beschäftigung bremsen wird. „Einen deutlichen Rückgang der Erwerbstätigen sehen wir aber nicht“, sagte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Erwartet werde für dieses Jahr eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent, im nächsten Jahr von 6,7 Prozent.
Inflation bleibt hoch, aber unbedenklich
Das Institut rechnet damit, dass die Inflation in diesem und nächstem Jahr bei 2 Prozent liegen wird. „Für einen kräftigen Aufschwung sind die Inflationsraten aber alles andere als bedenklich“, sagte Fichtner. Die massive Liquiditätsbereitstellung durch die EZB habe dazu beigetragen, dass sich die Krise im Euroraum schneller als erwartet stabilisiert hat.
Haushalt konsolidieren
Kritisch bewertet das DIW, dass die das Haushaltsdefizit in Deutschland nur langsam zurückgeführt wird. „Vor allem im Jahr 2013 ist der Rückgang des Defizits nur der guten Konjunktur zu verdanken und nicht den Sparbemühungen der Regierung“, sagte Junker. Eine etwas stärkere Konsolidierung wäre angesichts des immer noch unterfinanzierten Bundeshaushalts wünschenswert.
04.04.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
Der Trojaner legte weltweit Computer lahm. Angeblich sollten die Nutzer pornografisches Material oder illegal Musik oder Videos aus dem Netz herunter geladen haben, erklärte die Mail mit dem Signum von Polizeibehörden aus aller Welt. 100 Euro sollte man zahlen, dann würde der Computer wieder frei geschaltet. Drei von 100 Betroffenen zahlten. Es hat ihnen nichts genützt, berichtet Gerald Hesztera von der europäischen Polizeibehörde Europol am Donnerstag auf einer Fachtagung in Erfurt. Sie sind Cyberkriminellen aufgesessen.
Termine in Thüringen
15.06.2013 - „Tag der Offenen Tür“ bei PIKO am 15. Juni 2013 »
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.

