Wissenschaft

Europas größtes Schmerzregister entsteht in Jena


Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine Behandlungsmethode, die von den Patienten im Krankenhaus selbst gesteuert werden kann. Mit einem speziellen Gerät werden elektrische Impulse erzeugt und durch die Haut auf das Nervensystem übertragen.

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine Behandlungsmethode, die von den Patienten im Krankenhaus selbst gesteuert werden kann. Mit einem speziellen Gerät werden elektrische Impulse erzeugt und durch die Haut auf das Nervensystem übertragen.

Das größte Schmerzregister Europas wird in Jena aufgebaut. Es soll helfen, Schmerzen wirksamer zu behandeln, wie das Universitätsklinikum am Montag in Jena mitteilte. Das Register ist Teil einer europaweiten Studie „PAIN-OUT“, die vom UKJ koordiniert wird.

„Der Schmerz gehört nicht automatisch zu einem Klinikaufenthalt dazu, er kann wirksam gelindert werden“, sagte  der Studienleiter Dr.. Winfried Meißner, Leiter der Schmerzambulanz am Thüringer Uniklinikum und einer der Chefärzte des Zentrums für Palliativmedizin. Bislang wurden zusammen mit dem deutschen Schwesterprojekt QUIPS die Daten von über 250.000 Patienten erfasst. Im Rahmen der Studie, die von der EU mit fast drei Millionen Euro gefördert wird, werden u.a die Patienten direkt zu den Ergebnissen der Schmerztherapie befragt und diese Aussagen aus Patientensicht mit den ergriffenen Therapiemaßnahmen verglichen.

Postoperative Schmerztherapie verbessern 

„Durch diese Vorgehensweise wollen wir die Behandlungsqualität und Versorgungsstrategien bei der postoperativen Schmerztherapie verbessern,“, sagte Meißner. „Gleichzeitig können wir dadurch ganz konkrete Entscheidungshelfen für die Kliniken über unsere Homepage zur Verfügung stellen“, fügte er hinzu. Auch mehreren Kliniken am UKJ beteiligen sich an diesem Projekt und konnten z.T. deutliche Verbesserungen der Schmerztherapie nachweisen.

Betrachtet werden dabei auch alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede.

Rund 40 Millionen Menschen unterziehen sich jährlich europaweit chirurgischen Eingriffen: „Fast die Hälfte von ihnen leidet im Anschluss an starken Schmerzen“, sagte Meißner im Vorfeld des ersten „Bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz“, der morgen (5. Juni) von der Deutschen Schmerzgesellschaft begangen wird.

04.06.2012