Wissenschaft

Impfschutz bei Kindern besser geworden


Foto: TechnikerKrankenkasse

Foto: TechnikerKrankenkasse

Die Kinder in Deutschland sind besser durch Impfungen geschützt als noch zu Beginn des Jahrtausends. Dabei ist die Impfquote im Osten Deutschlands höher als in den alten Bundesländern. So lag die Quote bei der Erstimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln in Thüringen jeweils bei rund 98, bei der Zweitimpfung bei knapp 95 Prozent. Bundesweit lagen diese Werte nur bei 96 bzw. 92 Prozent.

Grundsätzlich seien Kinder heutzutage jedoch vor allem deutlich besser vor Masern geschützt als noch im Jahr 2000, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag mit Bezug auf die Schuleingangsuntersuchungen 2010 mit, die das Robert Koch-Institut (RKI) ausgewertet hat. Bundesweit hätten im Schnitt immerhin fast 92 von 100 Erstklässlern die beiden erforderlichen Masernimpfungen erhalten. Im Jahr 2000 waren nur 19 von 100 Kindern komplett geimpft. Trotz des Fortschritts hinkt Deutschland weiterhin dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation hinterher, nach dem mindestens 95 von 100 Kindern zweimal gegen Masern geimpft sein sollten, um die Krankheit in Europa auszurotten.

In Thüringen Ziel fast erreicht

In Thüringen sei die Vorgabe mit 94,9 Prozent beinahe umgesetzt. Besser stehe es um den Impfschutz nur noch in Mecklenburg-Vorpommern (95,3 Prozent). Das Schlusslicht bildee Baden-Württemberg mit einer Quote von 87,6 Prozent für die zweite Masernimpfung.


Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK haben acht von zehn Eltern, deren Kinder nicht alle Schutzimpfungen erhalten haben, angegeben, dass sie einige davon für unnötig hielten. Drei Viertel von ihnen haben Angst vor Impfschäden und Nebenwirkungen. Und fast die Hälfte war der Meinung, dass die so genannten Kinderkrankheiten das Immunsystem stärken. TK-Impfexperte Maik Findeisen erklärte dagegen, dass die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen Babys und Kleinkinder vor Infektionen schützen, an denen sie häufig deutlich schwerer erkranken als ältere Kinder oder Erwachsene. Zudem seien die modernen Impfstoffe gut verträglich, Nebenwirkungen träten nur in seltenen Fällen auf. Auch Mehrfachimpfungen mit bis zu sechs Impfstoffen stellten grundsätzlich kein Problem dar.

03.07.2012