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Konjunktur bringt Schub für Hotels und Gaststätten


Können sich Vereine den Auftritt von Künslern künftig noch leisten? Gotte Gottschalk, früher in der Horst-Krüger-Band, bei einem Volksfest in Erfurt. (Foto: Uwe Frost)

Können sich Vereine den Auftritt von Künslern künftig noch leisten? Gotte Gottschalk, früher in der Horst-Krüger-Band, bei einem Volksfest in Erfurt. (Foto: Uwe Frost)

Die gute Konjunktur hat dem Thüringer Hotel- und Gastronomiegewerbe einen Schub nach vorn gegeben. Von Zufriedenheit kann bei den Unternehmen aber noch lange keine Rede sein, konstatierte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Thüringen am Montag in seiner Jahresbilanz. Nach wie leidet die Branche unter hohem Kostendruck.

„Die Konjunktur hat sich erholt und der Tourismus sich belebt“, sagte die Präsidentin des Verbandes, Gudrun Münnich. In der Hotellerie gehe es aufwärts. „Endlich ist auch ein Aufschwung in der Gastronomie spürbar, jedoch noch lange nicht ausreichend“, fügte sie hinzu.

Stimmung kontra Zahlen

Die Aussichten für die Zukunft bewerten deutlich mehr Unternehmen positiver als noch in der letzten Umfrage im vergangenen Jahr. Allerdings werden sie durch die Statistiken nicht unbedingt auch gedeckt, meint Geschäftsführer Dirk Ellinger, der auf die Zahlen des Landesamtes für Statistik verweist. Und die weisen reale Umsatzrückgänge aus, für die Gastronomie noch stärker als in der Hotellerie. Und die Erträge werden durch steigende Kosten vor allem für Energie und Personal geschmälert.

Tendenz zeigt nach oben

Aber immerhin, in der Tendenz wird die Zahl derer, die über ein Minus in der Bilanz berichten kleiner: So berichten 37,5 Prozent der Gastronomen von gesunkenen Umsätzen. 2011 waren es 46 Prozent, 2010 sogar noch 50,9 Prozent. Die Zahl derer, die sinkende Erträge verbuchen, sank von 61,7 Prozent 2010 auf nunmehr 43,7 Prozent.

Eine ähnliche Tendenz gibt es in der Hotellerie. Hier sank der Anteil der Betriebe mit sinkenden Umsätzen von 55,2 Prozent 2010 auf jetzt 29,3 Prozent. Bei den Erträgen ging der Anteil von 57,1 Prozent auf 45,1 Prozent zurück.

Zuversichtliche Prognose

Zuversicht herrscht auch in der Prognose. 35 Prozent der Hoteliers hoffen auf eine Belebung des Geschäfts. 56 Prozent gingen von einem gleich bleibenden Niveau aus, sagte Münnich. Skeptischer sind die Gastronomen, die noch nicht auf eine gravierende Wende setzen. Aber die Zahl der Betriebe, die von einer negativen Umsatzentwicklung ausgingen, sei um etwa drei Punkte auf 24,4 Prozent gesunken. Ihnen macht laut Ellinger immer noch das Rauchverbot für viele Einrichtungen zu schaffen.

Weitere Belastungen

Die Hoffnung auf einen Aufschwung wird indes von weiteren Belastungen geschmälert, meint der Verband. Münnich nennt die unüberschaubare Praxis mit den unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen, die der Verband seit Jahren anprangert. Auch die Bettensteuer ist den Hoteliers ein Dorn im Auge.

Neues Ungemach droht nun von der Gema, die die Rechte der Urheber von Musik vertritt. Der Vorwurf: Die Gema nutze ihr Monopol und drücke der Branche Preismodelle auf, die viele Betriebe in den Ruin trieben. Von Preissteigerungen um 2000 Prozent und mehr ist die Rede. Das, so Ellinger, sei nicht verkraftbar.

11.06.2012