Panorama

Neue Ausstellung der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena eröffnet


Das Bild zeigt Manganit. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Das Bild zeigt Manganit. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Eine neue Ausstellung ist am Mittwoch in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena eröffnet worden. Vom Donnerstag an können die Besucher alles über „deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale“ erfahren. Anlass der Ausstellung ist internationaler Mineralogenkongresses in Dresden, bei dem die FSU Mitveranstalter ist. „Während einer Exkursion werden die Experten aus aller Welt auch nach Jena kommen, weswegen wir einerseits durch die Exponate unsere Sammlung vorstellen und andererseits einen allgemeinen Überblick über deutsche Erzlagerstätten liefern wollen“, erklärt Dr. Birgit Kreher-Hartmann, die Kustodin der Mineralogischen Sammlung. 

Die mineralogischen Klassiker sind überall in der Republik verteilt und untrennbar mit dem Bergbau verbunden. „Wir erklären in der Ausstellung, wie sich verschiedene Arten von Lagerstätten bildeten und unsere Sammlungstücke veranschaulichen die unterschiedlichen Erzarten“, sagt Kreher-Hartmann. So seien die so genannten Ganglagerstätten weit verbreitet. Es handelt sich dabei um Felsspalten, in denen sich Minerale – z. B. Erze – aus wässrigen Lösungen herauskristallisiert haben.

Abbau von Mineralen schon im 3. Jahrhundert 

Eines der bekanntesten und ältesten „Erzlager“ liegt im Rammelsberg im Harz. Dort wurden bereits im 3. Jahrhundert nutzbare Minerale abgebaut. Vor allem Blei, Zink und Kupfer holten die Bergleute aus ihren Stollen. Auch im Siegerland, im Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz, befinden sich Erzlagerstätten. Seit dem Mittelalter bauten die Bewohner Eisenerz ab und verhütteten es an Ort und Stelle. Weitere Klassiker, die in der Ausstellung vorgestellt werden, liegen etwa im Schwarzwald und im Erzgebirge. Auch weniger bekannte Erze und ihre Vorkommen präsentieren die Ausstellungsmacher. So wurde etwa im Thüringer Schiefergebirge Molybdänit gesucht und gefunden. Das daraus gewonnene Molybdän verwendet die Industrie als Schmiermittel. Sogar Bauteile für die Raumfahrt werden daraus hergestellt.

Umfangreiche Jenaer Sammlung                     

Die Mineralogische Sammlung der Universität Jena beinhaltet viele Schaustücke aus den vorgestellten Abbaugebieten. „Aufgrund der fast 250-jährigen Geschichte unserer Sammlung, in der sie fast ausschließlich einen wissenschaftlichen Hintergrund hatte, ist die Herkunft der Stücke meist gut belegt“, erklärte Kustodin Kreher-Hartmann. Das Interesse bei den ausländischen Kolleginnen und Kollegen sei deshalb sehr groß.  

Die Ausstellung „Klassiker – deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale“ in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena (Sellierstraße 6) dauert bis zum 2. November. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

09.05.2012