Silberberg-Tunnel für ICE-Strecke durchschlagen
Nach über zweijähriger Bauzeit ist der Tunnel Silberberg im Thüringer Wald duchgeschlagen worden. Die Röhre des mit 7,4 Kilometern zweitlängsten Tunnels im Zuge der ICE-Strecke Nürnberg-Berlin ist nun durchgängig. „Mit dem Durchschlag des zweitlängsten Tunnels am Silberberg kommen wir der Inbetriebnahme der künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Italien nach Skandinavien einen großen Schritt näher“, sagte Thüringens Verkehrsminister Christian Carius anlässlich des Durchschlags.
Der Tunnel Silberberg ist mit 7391 Metern nach dem bereits durchschlagenen Tunnel Bleßberg (8314 Meter) das zweitlängste Tunnelbauwerk der ICE-Neubaustrecke. Rund 1,5 Millionen Kubikmeter Gestein mussten die Mineure aus dem Gebirge ausbrechen. Die Bahnstrecke verläuft bis zu 130 Meter tief unter der Bergoberfläche und unterquert dabei die Orte Großbreitenbach und Möhrenbach. Der Tunnel wird über acht Notausgänge und 4395 Meter zusätzlicher Rettungsstollen verfügen.
Die Einzelinvestition in den Tunnel Silberberg beträgt etwa 200 Millionen Euro. Die Kosten für die 107 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke Erfurt-Ebensfeld werden mit 2,9 Milliarden Euro veranschlagt.
Alle Tunnel im Bau
Alle 25 Tunnel des 230 Kilometer langen Neubauabschnittes von Ebensfeld über Erfurt bis Leipzig/Halle mit etwa 56 Kilometern Gesamtlänge befinden sich nach Angaben der Bahn im Vortrieb, sind durchgeschlagen, im Innenausbau oder bereits rohbaufertig. Der letzte und vierzehnte Tunneldurchschlag in Thüringen wird Anfang kommenden Jahres für den im Süden anschließenden Tunnel Fleckberg erwartet.
Ausbau des Silberberg-Tunnels begonnen
Während noch der Durchschlag gefeiert wird, begann Nordbereich bereits die nächste Bauetappe. Hier erhält der Silberberg-Tunnel seine innere Betonschale, in der dann die Züge fahren werden. Das Bauvorhaben umfasst außerdem umfangreiche Renaturierungen. Aus den 1,5 Millionen Kubikmetern Ausbruchsmassen entstehen Landschaftsmodellierungen, die aufgeforstet oder mit Waldmantel- und Staudenvegetation sowie Heumulchsaaten landschaftstypisch gestaltet werden.
Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit VDE 8.1 / 8.2 haben ein Gesamt-Investitionsvolumen von rund acht Milliarden Euro. Davon sind 5,1 Milliarden Euro für VDE 8.1 (Erfurt – Nürnberg), darunter 2,9 Milliarden Euro für die Neubaustrecke Erfurt – Ebensfeld und 2,7 Milliarden Euro für die VDE 8.2 (Erfurt – Leipzig/Halle) geplant. Bis Ende 2010 sind in den Ausbau der beiden Strecken insgesamt rund 3,2 Milliarden Euro investiert worden.
29.11.2011
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