Ratgeber

Starke Zunahme von Infektionen mit Hantavirus

In Thüringen sowie in Bayern und Baden-Württemberg gibt es eine Zunahme von Infektionen mit dem Hantavirus. In Thüringen wurden bis zum 27. Mai bereits 29 Erkrankungen gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Besonders betroffen seien der Wartburgkreis und der Unstrut-Hainich-Kreis. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde nur eine Infektion registriert. Da die Hauptinfektionszeit erfahrungsgemäß im Sommer liegt, sei mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen.

Der Mensch infiziere sich durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder mit deren Ausscheidungen, zum Beispiel bei Arbeiten in Schuppen, Kellern oder Dachböden. Auch bei Holz- und Gartenarbeiten, landwirtschaftlichen Tätigkeiten, bei Waldspaziergängen oder Nussjagden kann man sich infizieren.

Abhängig von der Hantavirusspezies werden unterschiedliche klinische Symptome hervorgerufen. Die in Mitteleuropa vorkommenden Puumula- und Dobrava-Viren verursachen ein relativ mildes Krankheitsbild mit Nierenfunktionsstörungen. Die Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Patienten zeigen eine verminderte Urinausscheidung, manche bis hin zum dialysepflichtigen Nierenversagen. Begleitet wird die Erkrankung von Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen sowie Muskelschmerzen. Vereinzelt treten auch Atembeschwerden auf. Hämorrhagische Verläufe mit Blutungen in Haut, Schleimhäute und Gewebe sind sehr selten.

Die Erkrankung kann nur symptomatisch behandelt werden. Es stehen weder zugelassene Impfstoffe noch eine spezifisch gegen den Erreger gerichtete Therapie zur Verfügung. Umso wichtiger ist die Infektionsvermeidung. Schadnager im menschlichen Umfeld, also beispielsweise in Schuppen, Ställen, Kellern und auf Dachböden, sollten mit geeigneten Maßnahmen bekämpft werden.

Beim Umgang mit toten Mäusen und deren Ausscheidungen empfiehlt sich das Tragen von Gummihandschuhen und eines Mund-Nasenschutzes. Der Verminderung der Staubentwicklung in kontaminierten Räumen dient die Befeuchtung der Böden und Flächen mit einem Reinigungsmittel. Bei starkem Mausbefall ist es zweckmäßig, sich an das Gesundheitsamt oder einen erfahrenen Schädlingsbekämpfer zu wenden.

Weitere Informationen zur Infektionsgefahr durch Hantaviren finden Sie unter: www.thueringen.de/de/tllv/medizinaluntersuchung/infektionshygiene/Infektionsepidemiologie/Hantaviren/

20.06.2012