Studenten der TU Ilmenau gewinnen Internationalen Mobilfunkwettbewerb

Mit SmartNavi kommt man präziser und mit weniger Akkuverbrauch von A nach B als mit GPS (© TU Ilmenau)
Mit ihrem Konzept eines Smartphones der Zukunft haben drei Studenten der Technischen Universität Ilmenau einen großen internationalen Wettbewerb des taiwanesischen Herstellers von Mobiltelefonen und Tablet-Computern HTC gewonnen. Im Finale in Innsbruck überzeugte die Sieger-Idee SmartNavi die Jury durch ihre innovative Positionsbestimmung Das Team setzte sich gegen 700 Studenten aus 16 europäischen Hochschulen aus Deutschland, Österreich, Polen, der Schweiz und Spanien durch.
Das Ortungsverfahren, das die Studenten der Medientechnologie Christian Henke, Markus Kniep und Michael Lückgen entwickelten, erfolgt nicht wie sonst üblich ausschließlich mit GPS-Technik, wie die TU Ilmenau berichtete. Stattdessen wird nur noch ein einziges Mal per GPS die Position bestimmt. Danach geschieht dies nur noch über die Lagesensoren des Smartphones.
Dieses neue Verfahren liefert nicht nur genauere Positionsdaten als herkömmliche Navigationssysteme. Da die Sensoren deutlich weniger Energie verbrauchen als GPS, sorgt es auch für bis zu 70 Prozent Energieeinsparung. Eine längere Nutzungsdauer von Akkus ist heute eine der wesentlichen Anforderungen an künftige Smartphone-Generationen.
Konzept wird weiterentwickelt
Schon bald fliegt das Siegerteam für fünf Tage nach London, um sein Konzept in der HTC-Europa-Zentrale bis zum marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln. Christian Henke sieht das als große Chance: „Wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir jetzt die Möglichkeit bekommen, mit Profis der Mobilfunkbranche zusammenzuarbeiten.“
Die Idee zu dem innovativen Navigationsverfahren kam dem 24-Järigen während seiner Bachelorarbeit im Studiengang Medientechnologie an der TU Ilmenau. Henke war aufgefallen, dass Smartphones zwar über eine ganze Reihe von Sensoren verfügen, deren Potential aber bisher kaum genutzt wird. „Zunächst war nur geplant, die GPS-Navigation durch die Sensoren zu unterstützen“, sagte Henke. Am Ende war es sogar möglich, ganz ohne GPS zu navigieren.
App notwendig
Die App ist als Prototyp für ein neues Feature für künftige HTC-Smartphones konzipiert, aber auch aktuelle HTC-Geräte können mit der Software nachgerüstet werden. Mit ihrem Prototypen haben die Studenten schon heute bewiesen, dass Navigation auch über lange Strecken vollständig ohne GPS funktioniert. Die Idee als zukünftiges Feature zu entwickeln, ist für HTC besonders interessant, weil der Mobilfunkhersteller für die Verwendung von SmartNavi die eigenen Geräte weder anders bauen, noch neue Technologie einbauen muss.
03.07.2012
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