Thüringen hat wirtschaftlich aufgeholt
2011 war nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt für die Thüringer Wirtschaft ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes von 3,4 Prozent rangiere der Freistaat deutschlandweit auf Rang 3, nur Baden-Württemberg und das Saarland wiesen höhere Werte auf, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser am Freitag in Erfurt erklärte.
„Erstmals seit 2006 hat das Wirtschaftswachstum in Thüringen wieder über dem Schnitt Westdeutschlands gelegen und die Region damit Boden gegenüber den alten Ländern gutgemacht“, sagte der IHK-Chef. Allerdings verlangsame sich der Aufholprozess. Seit dem Ende der 1990er Jahre schwäche sich die Dynamik ab. Habe sich die Produktivität zwischen 1991 und 2000 in Thüringen auf 37.184 Euro je Erwerbstätigen fast verdreifacht, so habe der Zuwachs im Zeitraum von 2001 bis 2010 gerade noch 23 Prozent betragen.
Noch Abstand bei der Produktivität
Im regionalen Produktivitätsvergleich erbringe Ostdeutschland inzwischen rund 78 Prozent des Westniveaus. Thüringen komme mit knapp 49.000 Euro je Erwerbstätigen auf ca. 76 Prozent. Sachsen und Thüringen hätten aber nur unterdurchschnittliche Werte erreicht. Dagegen hätten sich Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit rund 80 Prozent etwas weiter an das westdeutsche Niveau angenähert.
Vor allem Industrie legte zu
„Nicht zu übersehen ist, dass vor allem die Thüringer Industrie einen bemerkenswerten Aufholprozess vollzogen hat“, sagte Grusser. Im Freistaat erwirtschafte das Verarbeitende Gewerbe inzwischen 25 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung und liege damit über dem Durchschnitt der neuen Bundesländer (19,8 Prozent) und Westdeutschlands (24,5 Prozent). Mehr als die Hälfte des Industrieumsatzes werde vom Ernährungsgewerbe, der Metallbranche, der Elektrotechnik/Optik sowie dem Fahrzeugbau und der Zulieferindustrie erbracht.
Beim Export zurück
Deutlichen Nachholbedarf sieht Grusser aber beim Auslandsumsatz der Industrie. Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes habe 2011 in Ostdeutschland 2011 bei 34,4 Prozent gelegen und damit deutlich unter dem Wert der westlichen Bundesländer von 47,5 Prozent. Thüringen sei sogar nur auf 31,5 Prozent gekommen.
20.04.2012
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