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Thüringen übernimmt Metall-Tarifabschluss von Baden-Württemberg


Der Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg wird auch für die Beschäftigten der Branche in Thüringen gelten. Die Arbeitsgemeinschaft M+E Mitte und Thüringen sowie die Bezirksleitung der IG Metall Frankfurt beschlossen am Dienstag in Frankfurt die Übernahme des Pilotabschlusses vom vergangenen Samstag.

"Der Tarifabschluss ist ein fairer Kompromiss, seine Übernahme deshalb richtig", sagte Harald Bruhn, stellvertretender Vorsitzender des VMET. Wichtig für die Unternehmen sei, dass die betrieblichen Handlungsspielräume gewahrt und der Kostenanstieg im Rahmen bleiben.

Machnig begrüßt Vereinbarung

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat die Vereinbarung begrüßt. „Das deutliche Lohnplus von 4,3 Prozent sorgt für eine faire Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen“, sagte Machnig. Erfreulich sei auch, dass es parallel zu diesem Abschluss gelungen ist, auch im Bereich der Leiharbeit wesentliche Verbesserungen zu vereinbaren.

Lohnanhebung ab 1. Mai                  

Die Erhöhung der Entgelte um 4,3 Prozent gilt ab 1. Mai 2012 und hat eine Laufzeit von 13 Monaten. Bei den Ausgebildeten haben sich die Tarifvertragsparteien darauf verständigt, dass die im Rahmen des betrieblichen Bedarfs Ausgebildeten in der Regel nach bestandener Abschlussprüfung unbefristet übernommen werden.  Die Regelung zur Zeitarbeit wird gekoppelt an die Ausweitung innerbetrieblicher Bewegungsspielräume. In den ersten 24 Monaten kann Zeitarbeit ohne Einschränkungen eingesetzt werden. Im Rahmen einer freiwilligen Betriebsvereinbarung können weitere Regelungen zum Einsatz von Zeitarbeit getroffen werden, wenn gleichzeitig die innerbetriebliche Flexibilität erhöht wird. Das kann beispielsweise eine Ausweitung der Quote der Beschäftigten, die 40 Stunden arbeiten dürfen, oder ein zusätzliches Arbeitszeitvolumen der Gesamtbelegschaft sein.
In der Thüringer Metall- und Elektroindustrie sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mehr als 57.000 Beschäftigte tätig, die einen jährlichen Gesamtumsatz von fast 11 Milliarden Euro erwirtschaften (Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten).

22.05.2012