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Automobilzulieferer Mitec will weiter wachsen


Mitec-Gebäude in Krauthausen bei Eisenach (Fotos: Uwe Frost)

Mitec-Gebäude in Krauthausen bei Eisenach (Fotos: Uwe Frost)


Der Mitec-Vorstandschef Michael Militzer

Der Mitec-Vorstandschef Michael Militzer

Der Eisenacher Automobilzulieferer Mitec Automotive AG will weiter wachsen. Dafür holt sich das Unternehmen über eine Anleihe bis zu 50 Millionen Euro vom Kapitalmarkt, kündigte Mitec-Vorstandschef Michael Militzer am Donnerstag in Eisenach an. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 7,75 Prozent pro Jahr könne zwischen dem 19. und 28. März gezeichnet werden.

Mit der Anleihe wolle Mitec die nötige Bewegungsfreiheit erlangen, um weiter zu wachsen. „Wir brauchen eine frei disponible Geldsumme für die Verwirklichung unserer Pläne“, fügte Militzer hinzu. Bei einer erfolgreichen Platzierung der Anleihe soll der Großteil des Geldes für die Entwicklung verwendet werden. Maximal ein Fünftel sei für die Optimierung der Passiva bestimmt. Im Blick habe das Unternehmen auch den einen oder anderen Zukauf von Unternehmen. Konkrete Pläne dafür gebe es allerdings nicht.

Wachstum in den USA

Vor allem in den USA sieht Militzer erhebliches Wachstumspotenzial. In Findlay (Ohio) werde Mitec im Mai oder Juni mit der Produktion von Masseausgleichssystemen mit integrierter Ölpumpe für den amerikanischen Markt beginnen. Der Aufbau dieses Werkes sei aber bereits durchfinanziert, sagte der Mitec-Chef. Erst in der vergangenen Woche hatte Mitec mitgeteilt, dass es von General Motors einen Großauftrag im Volumen von einer halben Milliarde Euro in den kommenden fünf Jahren erhalten hatte. Die Fertigung sichere auch das Werk in Eisenach, da es für den US-Markt einen Teil zuliefern wird, sagte Militzer. Neben den USA produziert Mitec auch in China.

Keine Geschäfte in Russland geplant

Vorerst plane Mitec keine Geschäfte in Russland, sagte Militzer, der Anfang der Woche mit einer Wirtschaftsdelegation Russland besucht hatte. Als Grund nannte er die schwierigen Verwaltungsstrukturen und Probleme bei der Finanzierung von Geschäften in Russland. Zudem habe ein einzelnes mittelständisches Unternehmen kaum die Kraft für ein Engagement. „Entweder sie kooperieren dort mit drei oder vier anderen Unternehmen oder lassen die Finger davon“, sagte Militzer. Bereits vor vier Jahren hatte Mitec eine Kooperation mit dem russischen Autohersteller Avtowaz geplant. Eine bereits geschlossene Vereinbarung war aber an der fehlnden Finanzierung durch die russische Seite geplatzt.

Umstrukturierung in Eisenach

Für die Thüringer Standorte kündigte Militzer eine Umstrukturierung an. Geplant sei, die Fertigung aus dem Werk im Eisenacher Zentrum in das benachbarte Krauthausen zu verlagern, um dort die Produktion zu verdichten. Verwaltung, Entwicklung und zwei Fertigungsprojekte blieben aber am alten Standort. Auswirkungen auf die Beschäftigung habe das aber nicht. Derzeitig beschäftigt das Unternehmen in Thüringen etwa 790 Mitarbeiter. Zum Jahresende 2010 wies das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Bilanzsumme von mehr als 123 Millionen Euro sowie einen Jahresüberschuss von 5,72 Millionen Euro aus. der Umsatz belief sich 2010 auf  knapp 137 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2011 erzielte Mitec nach vorläufigen Angaben einen Umsatz von 74,4 Millionen Euro.

15.03.2012