Carl Zeiss feiert 20. Jahrestag der Wiedervereinigung

Jena ist ein wichtiger Standort in der Zeiss-Gruppe. (Fotos: Carl Zeiss AG)

Zeiss-Vorstandschef Michael Kaschke
Die Carl Zeiss Gruppe feiert ein Jubiläum. Vor genau 20 Jahren, am 1. Oktober 1991 wurde mit der Gründung der Carl Zeiss Jena GmbH der entscheidende Schritt zur Vereinigung des ehemaligen DDR-Kombinats Carl Zeiss Jena und dem nach dem zweiten Weltkrieg in Oberkochen (Baden-Württemberg) mit Zeiss-Wissenschaftlern und –Ingenieuren aus Jena aufgebauten Optik-Unternehmen gleichen Namens getan. Seitdem hat sich die Unternehmensgruppe zu einem weltweit führenden Optik- und Technologieunternehmen entwickelt. Der Standort Jena ist eine maßgebliche Stütze dieser Gruppe.
Das zurückliegende Geschäftsjahr war erfolgreich, sagte Zeiss-Vorstandschef Michael Kaschke am Freitag in Jena. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Aber die Tatsache, dass das Unternehmen einen Förderfond zur Unterstützung von Projekten an Zeiss-Standorten bildet, der sich aus Unternehmensgewinnen speist, spricht für schwarze Zahlen.
Schwieriger Start
Dabei war der Start 1991 alles andere als leicht. Das ostdeutsche Zeiss-Kombinat stand vor dem Ruin, weil nach der Wende vor allem die zuvor von Zeiss dominierten Märkte in Osteuropa komplett wegbrachen. Die Treuhand begann, das Unternehmen mit zuletzt rund 27.000 Mitarbeitern abzuwickeln. Knapp 3000 fanden ein Unterkommen in der neu gegründeten Carl Zeiss Jena GmbH.
Rund16.000 Zeissianer indes erhielten zum Ende des Jahres 1991 den blauen Brief. „Das war eine dramatische, eine bittere Zeit“, blickt Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter zurück. Fassungslos, mit Tränen in den Augen, mussten sie zusehen, wie die Zeiss-Gebäude in der Innenstadt geschleift wurden, an ihrer Stelle Einkaufstempel, Hotels und der Uni-Campus entstanden.
Richtige Entscheidungen
Auch Kaschke spricht im Rückblick von „schwierigen, kritischen Jahren“. Viel wurde damals probiert. Er selbst habe 1995 an einem der vielen Konzepte zur Umstrukturierung der Gruppe mitgearbeitet. Doch aus heutiger Sicht war man erfolgreich, meint Kaschke. Es sei richtig gewesen, In Jena die Bereiche Mikroskopie Medizintechnik zu konzentrieren. Hinzu kamen Halbleiter- und Messtechnik und mittlerweile auch beträchtliche Forschungskapazitäten. „Jena mit seinem Netzwerk an Forschung und Bildung hat da einen Standortvorteil“, sagen Kaschke und Schröter übereinstimmend.
Weltweites Renommee
Mittlerweile genießt Carl Zeiss in der ganzen Welt großes Renommee. Und Jena spielt dabei eine gewichtige Rolle. Der Standort habe sich zu einem vollwertigen Teil der Unternehmensgruppe von weltweiter Bedeutung entwickelt. Wie wichtig Jena ist, habe sich in der gerade überwundenen weltweiten Wirtschaftskrise gezeigt. Die in Jena ansässigen Geschäftsbereiche Medizintechnik und Mikroskopie seien die einzigen der Gruppe mit Wachstum gewesen.
Engagement an Standorten
Kaschke kündigte an, dass die Zeiss AG ihr regionales Engagement verstärken wird. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres werde ein Förderfonds gebildet, aus dem in Jena, Oberkochen und Aalen Aktivitäten im Gereich Gesellschaft und Soziales, Jugend und Kultur sowie Breitensport unterstützt werden. Im ersten Jahr stünden dafür 500.000 Euro bereit. Bei guter Ertragslage kommen jedes Jahr weitere Gelder hinzu. Die ersten Projekte in Jena stehen schon fest. alle städtischen und weiterführenden Schulen erhalten 1000 Euro zur freien Verfügung. Am 13. November wird ein „Kinder- und Familienkonzert“ finanziell unterstützt. Das von der Philharmonischen Gesellschaft gestartete Netzwerk §Musik macht schlau“ erhält ebenfalls eine Spende.
30.09.2011
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