Energiewandel mit Pumpspeicherwerken
Wirtschaftsminister Matthias Machnig ist sich sicher: Der Energiewandel ist nur möglich, wenn alle Potenziale genutzt werden. Deshalb hat er ein Potenzialkataster für Pumpspeicherwerke in Auftrag gegeben, um mögliche Standorte für solche als Energiespeicher nutzbaren Werke in Thüringen zu identifizieren. 13 potenzielle Standorte haben die von ihm beauftragten Experten ausgemacht – zusätzlich zu den vier schon in Thüringen vorhandenen Pumpspeicherwerken.
Alle potenziellen Kraftwerke zusammen kämen nach den Schätzungen der Experten auf eine Gesamtleistung von 5,13 Gigawatt, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Mit dem Kataster verfügen wir jetzt über eine gute Datenbasis, um weitere Investoren für Thüringen zu interessieren“, sagt Machnig. In ganz Deutschland gibt es derzeit 31 Pumpspeicherwerke mit einer Gesamtleistung von etwa 7 Gigawatt. Benötigt werde etwa die doppelte Leistung.
Keine Thüringer Seenplatte
Nun wird aus dem Thüringer Wald gewiss keine Thüringer Seenplatte werden, auch wenn die bereits vorhandenen Pumpspeicherwerke alle im oder am Rande des Thüringer Waldes liegen und ihm schon große Stauseen und Speicherbecken beschert haben. Wegen der hohen Investitionskosten - grob geschätzte 1,6 Millionen Euro pro Megawatt Leistung - und des enormen Planungsaufwands werden nicht alle Projekte realisiert werden, meint Machnig: „Potenziale sind keine Projekte.“
Angebot an Investoren
Machnig betrachtet die Studie, die von der Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH (HPI), Weimar, gemeinsam mit dem Ilmenauer Anwendungszentrum Systemtechnik des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) erstellt wurde, als „ein Angebot an Investoren“. Sie sollen sich die Standorte anschauen und prüfen, ob ein Investment für sie in Frage käme.
Ein Projekt konkret
Ein Projekt hatte sich schon im Oktober abgezeichnet. Der Verbund von rund 100 kommunalen Energieversorgern Trianel äußerte Interesse, die Talsperre Schmalwasser bei Tambach-Dietharz zum Pumpspeicherwerk auszubauen – für eine halbe Milliarde Euro und mit einer Leistung von rund 400 Megawatt. Die Studie zählt die Talsperre ebenfalls zu den bevorzugten potenziellen Standorten, wobei eine Leistung zwischen 300 und 900 Megawatt denkbar wäre. Als optimal setzt sie aufgrund der Gegebenheiten 560 Megawatt an.
Absage an Rohr
Trianel hatte auch ein Werk bei Rohr ins Auge gefasst. In der Potenzialstudie ist der Standort aber nicht enthalten. Aus geologischen Gründen ungeeignet, befindet Projektleiter Stefan Schmid vom HPI, der schon zu DDR-Zeiten mit Wasserbauprojekten in Thüringen befasst war.
Die Studie nennt außerdem die beiden Talsperren Weida und Hohenleuben jeweils rund 100 MW) sowie zehn Standorte in verschiedenen Regionen Thüringens als aussichtsreich. Es handelt sich um Ellrich (310 MW) im Südharz, Floh-Seligenthal (710 MW) im westlichen Thüringer Wald, Altenfeld (530 MW) und Großbreitenbach (420 MW) im östlichen Thüringer Wald, Reschwitz (540 MW), Lothramühle (320 MW), Lehesten (760 MW) und Leutenberg (380 MW) im westlichen Thüringer Schiefergebirge sowie Blechhammer (230 MW) und Theuern (630 MW) im südlichen Thüringer Schiefergebirge.
15.11.2011
Hintergrund
Feldmäuse machen Thüringens Landwirten zu schaffen
Thüringens Landwirte stehen in diesem Sommer fast hilflos einer Mäuseplage gegenüber. Vor allem das Thüringer Becken zwischen Gotha und Apolda sieht sich einer Invasion von Feldmäusen ausgesetzt, wie es sie lange nicht gegeben hat. Der Chef der Agrargesellschaft Pfiffelbach bei Apolda, Lars Fliege, verzweifelt fast angesichts der Schäden. Auch Agrarminister Jürgen Reinholz hat nur ein paar aufmunternde Worte parat.
Termine in Thüringen
15.06.2013 - „Tag der Offenen Tür“ bei PIKO am 15. Juni 2013 »
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.



