Großes Potenzial für Erneuerbare Energien in Thüringen
Thüringen verfügt nach einer Studie der Fachhochschule Nordhausen über ein erhebliches Potenzial für den Ausbau erneuerbarer Energien. Theoretisch könnte in Thüringen deutlich mehr Strom aus alternativen Energiequellen gewonnen werden, als im Freistaat verbraucht wird. Defizite gibt es dagegen bei der Wärmeerzeugung. RegioWeb dokumentiert Kernaussagen der Studie, die im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums erstellt wurde.
Zur Zeit beträgt der Anteil Erneuerbarer Energien aus Thüringen bei der Wärmebereitstellung 7 Prozent und beim Stromverbrauch 24 Prozent. Thüringen besitzt nach der Studie in den Bereichen Wind, Photovoltaik und Geothermie technische Energiepotenziale, die zusammen ein Mehrfaches des jährlichen Thüringer Strombedarfs decken können. Dabei könnten Biomasse und Biogas auch zukünftig einen bedeutenden Anteil des Strombedarfs sichern und Schwankungen bei der Erzeugung von Energie durch andere Träger wie Sonne oder Wind ausgleichen.
Unterschiedliche Anteile
Bei den einzelnen Energieträgern wurde das Potenzial 2010 sehr unterschiedlich ausgeschöpft (Anteil an der Gesamtleistung Deutschlands):
Bei Wasserkraft: 83% (0,7%)
Biomasse: 27% (4,4%)
Windkraft: 3% (2,8%)
Photovoltaik: 3% (1,7%)
Tiefe Geothermie: 0% (0,0%)
Ziele realistisch
Die Autoren der Studie halten es für realistisch, dass das Ziel von 45 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien bis 2020 erreicht werden kann. Dazu ist nach ihrer Auffassung ein intelligenter Mix aus allen Erneuerbaren Energien notwendig. Insbesondere das große Windpotenzial eröffnet Freiheitsgrade beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, die zur Kostendämpfung genutzt werden sollten.
Eine hohe Bedeutung im zukünftigen regenerativen Strommix kommt nach der Studie der Biomasse als grundlastfähiger Energieträger zu. Daher müssten die großen Potenziale im Strohbereich als Rohstoff für die Energiegewinnung erschlossen werden.
Im Wärmebereich halten die Autoren der Studie eine konsequente Erschließung aller Erneuerbaren Energieträger für notwendig. Zugleich mahnen sie erhebliche Effizienzsteigerungen im Wärmebereich an. Die verstärkte Nutzung des geothermischen Potenzials setze den Ausbau der Nah- und Fernwärmenetze voraus.
Was ist zu tun?
Um das Ausbauziel von 45 Prozent im Strombereich bis 2020 zu erreichen, müssen nach Ansicht der Autoren der Studie die Windpotenziale aufgrund der Kosten vorrangig erschlossen werden. Die Landesentwicklungsplanung sei konsequent an den Ausbauzielen zu orientieren. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Thüringen müsse sich in die bundesdeutsche Elektrizitätsversorgung integrieren. Dazu seien Speicherkapazitäten und Netzinfrastruktur auszubauen.
Der Wärmebereitstellung komme mit einem Anteil von etwa 50 Prozent am Endenergieverbrauch eine zentrale Bedeutung zu. Ein Anteil von über 20 Prozent Erneuerbare Energien sei bis 2020 nur mit zusätzlichen Impulsen erreichbar. Zusätzlich erforderlich seien spürbare Effizienzsteigerungen zur Senkung des Wärmeverbrauchs in allen Sektoren.
(Quelle: FH Nordhausen/TMWAT)
09.06.2011
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