Nur das Beste aus Kölleda

Das Motorenwerk MDC Power in Kölleda (Fotos: Uwe Frost)

Ein Roboter bewegt ein Motorenteil

Langsam nimmt der Motor Gestalt an
Zum Produktionsstart des neuen Benzinmotors im Motorenwerk MDC Power in Kölleda gab Geschäftsführer Sven Breitschwerdt ein Versprechen ab. „Aus Kölleda kommt, wie es Gottlieb Daimler sagte, nur das Beste oder gar nichts“. Und die hervorragende Qualität der Motoren aus dem Gewerbegebiet Kiebitzhöhe von Kölleda war es auch, die das Werk über schwierige Zeiten rettete.
Gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht gab Breitschwerdt am Freitag das Startsignal für die Serienfertigung eines neuen Benzinmotors. Der „M270“ ist ein leichter und kleiner und dazu ein effizienter und ressourcenschonender Motor, lobt Breitschwerdt das Aggregat, das künftig in der A- und B-Klasse des MDC-Mutterkonzerns Daimler eingebaut wird.
100 Millionen Euro investiert
Der Daimler-Konzern hat in die Erweiterung der Produktion 100 Millionen Euro investiert. 11,5 Millionen Euro steuerte das Land bei. Zusammen mit Dienstleistungsfirmen seien derzeit über 1000 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. Mit dem neuen Benziner „Made in Kölleda“ würden in den nächsten Monaten noch weitere Arbeitsplätze geschaffen. „Wir werden die Produktion in den kommenden Monaten stufenweise hochfahren, dafür fehlen uns noch mindestens 100 Motorenbauer“. Seit dem Produktionsstart in Kölleda 2003 hat das Werk Stückzahlen und Produktionsfläche vervierfacht. 2000 Motoren verlassen derzeit jeden Tag das Werk, sagt Breitschwerdt.
Schwere Zeiten überstanden
So gut wie heute hat es um das Werk nicht immer ausgesehen. Es gab auch schwierige zeiten, räumt der Leiter Produktion der Powertrain Mercedes-Benz Cars, Peter Schabert, ein.
Das Kölledaer Motorenwerk war ursprünglich als Gemeinschaftsunternehmen von DaimlerChrysler und Mitsubishi gegründet worden und hatte seit Ende 2003 Benzinmotoren für Fahrzeuge beider Hersteller gefertigt, unter anderem den Mitsubishi Colt und den Smart. 2007 arbeiteten in Kölleda 260 Mitarbeiter sowie etwa 100 Beschäftigte in ausgegliederten Dienstleistungsbereichen. Das waren deutlich weniger als die ursprünglich einmal geplanten 500 Beschäftigten.
Motoren für alle Modellreihen
Doch dann entschied der Mutterkonzern, am Standort Kölleda festzuhalten. Das Werk bekam den Zuschlag für einen neuen Dieselmotor und wurde entsprechend erweitert. Mitte 2010 wurde der Einmillionste Motor gebaut. Inzwischen kommen Motoren für alle Mercedes-Modellreihen aus Kölleda, sagt Schabert. „Es fehlt nur noch der Maybach“, fügt er vor versammelter Belegschaft ironisch hinzu.
Zukunftsweisender Motor
Nach Angaben von Breitschwerdt wird auch der neue Dieselmotor für die A- und B-Klasse in Kölleda fertigmontiert. Die letzten Produktionstests hierzu befänden sich im Abschluss. Den neuen Benziner M 270 nennt der MDC-Chef einen zukunftsweisenden Motor. Der Vollaluminium-Motor wiegt 137 Kilogramm und ist nach Werksangaben durch technische Innovationen auf minimalen CO2-Ausstoß bei maximaler Fahrdynamik optimiert. Die Produktion startet mit der 1,6 Liter-Variante, die mit 90-115 kW Leistung und 200-250 Nm Drehmoment in Kölleda vom Band laufen wird. Direkteinspritzung mit schnell schaltenden Piezo-Injektoren für Mehrfacheinspritzung, geregelte Ölpumpe, schaltbare Wasserpumpe, hohe Verdichtung trotz Turboaufladung, schnelles und komfortables Start Stopp-System – sind weitere technische Details der neuen Generation von Vierzylinder-Ottomotoren.
29.07.2011
Hintergrund
Feldmäuse machen Thüringens Landwirten zu schaffen
Thüringens Landwirte stehen in diesem Sommer fast hilflos einer Mäuseplage gegenüber. Vor allem das Thüringer Becken zwischen Gotha und Apolda sieht sich einer Invasion von Feldmäusen ausgesetzt, wie es sie lange nicht gegeben hat. Der Chef der Agrargesellschaft Pfiffelbach bei Apolda, Lars Fliege, verzweifelt fast angesichts der Schäden. Auch Agrarminister Jürgen Reinholz hat nur ein paar aufmunternde Worte parat.
Termine in Thüringen
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.


