Kultur

Grafik im Quadrat


Christina Bitzke vom Museum für Angewandte Kunst zeigt eine Auswahl grafisch interessant gestalteter Schallplattenhüllen aus der neuen Sonderausstellung. (Foto: MAK)

Christina Bitzke vom Museum für Angewandte Kunst zeigt eine Auswahl grafisch interessant gestalteter Schallplattenhüllen aus der neuen Sonderausstellung. (Foto: MAK)

Das Museum für Angewandte Kunst Gera präsentiert Kunst auf Schallplattenhüllen in einer neuen Sonderausstellung. Unter dem Motto „Grafik im Quadrat“ sind etwa 350 grafisch gestaltete Schallplattenhüllen zu sehen. Bis zum 13. Juni präsentiert das Haus die Schallplattenhüllen aller Genres von Klassik bis Pop nationaler und internationaler bekannter Künstler und gibt damit einen Überblick über die gesamte Breite grafischer Gestaltungsmöglichkeiten aus den 1950er Jahren bis heute.

Dafür stellte der Wirtschaftswissenschaftlers Mike Deppe aus Kerken in Nordrhein-Westfalen Teile seiner vielschichtigen und hochkarätigen Sammlung zur Verfügung. Ausgewählte Exponate stammen aus eigenen Beständen des Museums für Angewandte Kunst Gera, des Stadtmuseums sowie von weiteren privaten Leihgebern. Ermöglicht wurde diese Ausstellung auch durch die Sach- und Finanzleistungen des Fördervereins „Freunde des Ferberschen Hauses“ e.V.

Von der Hülle zum Kunstwerk

Was einst simple Papierhüllen zum Verpacken und Schutz der schwarzen Scheiben sowie Informationsquelle für den Inhalt waren, hat sich im Laufe der Jahre zur Alltagskunst entwickelt. Großen Anteil daran trägt der US-Amerikaner Alex Steinweiss um 1937. Er schuf unkonventionelle Entwürfe mit Gestaltungselementen, die in Anordnung von Farbe und Form der Musik entsprechen sollten. Die Plattenfirma, für die Steinweiss arbeitete, ließ sich von seinen Ideen erst überzeugen, als die Umsatzzahlen der Platten spürbar stiegen.

Namhafte Künstler

Namhafte Künstler widmeten sich fortan dieser neuen grafischen Gattung als Teil eines Gesamtkunstwerkes in den engen Grenzen zwischen Maßen, Ökonomie und Drucktechnik. Die Gestaltungen wurden zum Spiegel zeitgenössischer Grafik, Fotografie, und Typografie. Unterschiedliche grafische Techniken, Collagen, Comics, Abstrahierungen sowie Rückgriffe auf historische Kunstwerke gehören zu wichtigen Gestaltungselementen. Manche erreichten generationsübergreifenden Kultstatus. Dazu gehört die Banane des US-amerikanischen Grafikers und bedeutendsten Vertreters der amerikanischen Pop-Arthttp://de.wikipedia.org/wiki/Pop-Art Andy Warhol für die Band „Velvet Underground“ ebenso wie die Aufnahme der wohl berühmtesten Straßenüberquerung für das Beatles Album „Abbey Road“ oder die Zunge von John Pasche, das Logo der Rolling Stones aus dem Jahre 1971, unter dem die legendäre Rockgruppe ihr eigenes Plattenlabel veröffentlichte.

Platten-Cover aus der DDR

Erinnerungen wecken Schallplattencover von gestalterisch hoher Qualität aus dem VEB Deutsche Schallplatten mit den Labels Amiga, Eterna oder Litera, die so bekannte Grafiker wie Werner Klemke, Manfred Bofinger, Klaus Vonderwerth und Christoph Ehbets entwarfen. Darüber hinaus sind auch seltene Cover der DDR–Punkszene zu sehen.

Das Museum für Angewandte Kunst Gera, Greizer Straße 37, ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

22.02.2011