Glühwein nicht immer ein Genuss
In der Adventszeit ist Glühwein wieder ein gefragtes Getränk. Allerdings ist er nicht immer ein Genuss, wie die verbraucherzentrale herausfand. Versprochen werden ein „edler Geschmack“, „traditionelle Rezepturen“ und „ausgesuchte Zutaten“. Realität aber seien sind vielmehr Fertig-Glühweine aus einfachen Grundweinen, viel Zucker und Aromen.
Der Begriff „Glühwein“ ist nach Angaben der Verbraucherzentrale Thüringen rechtlich geregelt. Letztlich spielt der verwendete Grundwein eine entscheidende Rolle für die Qualität Glühweins. Das Aroma kommt aus den Gewürzen, es können aber auch standardisierte Aromastoffe sein. Gesüßt wird mit verschiedenen Zuckern, so auch Invertzuckersirup.
Leider ist nach der Erhebung der Verbrauchzentrale auf dem Etikett der Flaschen nicht zu erkennen, welche Grundweine, Aromen oder Zucker eingesetzt wurden. Ein starker Süßgeschmack sei ein Indiz für den Einsatz von einfachem Grundwein, dessen Fehltöne mit Zucker und Aromen „übertüncht“ werden.
Vorgeschrieben sind nur wenige Angaben auf dem Etikett, wie der Hersteller oder Abfüller oder Vertreiber, der Alkoholgehalt, die Füllmenge, eine Chargenbezeichnung und eine Allergenkennzeichnung „enthält Sulfite“. Eine Zutatenliste ist freiwillig und kommt im Marktcheck auch nur bei 3 von 11 Glühweinen vor. So bleibt unklar, welcher Wein und welche Zuckerstoffe in der Flasche sind. Unklar bleibt auch, ob „richtige“ Gewürze oder Aromen verwendet wurden. Das Etikett hilft kaum weiter.
Beim Probieren sollte unbedingt bedacht werden: Der Alkoholgehalt liegt bei 7 bis 14 Prozent und ist vergleichbar mit „richtigem“ Wein. Glühwein hat einen hohen Kaloriengehalt. Ein einziger 0,2-Liter Becher hat ca. 180 kcal und damit schon fast ein Zehntel der Tagesenergie. Wichtig ist auch, den fertigen Glühwein nur bis zur Trinktemperatur zu erhitzen, nicht lange warm zu halten und keinesfalls zu kochen, da sonst Schadstoffe entstehen können.
08.12.2011
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