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Handwerk geht zuversichtlich ins neue Jahr


Der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, präsentierte am Donnerstag eine positive Bilanz für 2011. (Foto: Uwe Frost)

Der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, präsentierte am Donnerstag eine positive Bilanz für 2011. (Foto: Uwe Frost)

Das Thüringer Handwerk geht zuversichtlich ins neue Jahr. Das Handwerk im Kammerbezirk Erfurt befinde sich „ungebremst auf Erfolgskurs“, sagte HWK-Präsident Stefan Lobenstein am Donnerstag in Erfurt. Die Geschäftslage sei gut, die Auftragsbücher seien voll und die Beschäftigung bewegt sich auf hohem Niveau. Lediglich der zunehmende Mangel an Fachkräften bereite dem Handwerk Sorgen.

86 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk äußerten sich in der Herbstumfrage mit dem Geschäftsklima zufrieden, bei dem sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate eingingen. Jedes dritte Unternehmen bewertet die Geschäftslage als gut oder sehr gut. 86 Prozent der Handwerksbetriebe blicken zuversichtlich voraus, etwas mehr als im 1. Quartal 2011.

Hohe Auslastung

Die gute Auftragslage schlage sich in einer hohen Auslastung der Betriebe nieder, sagte Lobenstein. Sie habe im 4. Quartal bei über 80 Prozent gelegen. „Ein ausgezeichneter Wert“, sagte Lobenstein. Auf ebenso hohem Niveau liege die Bereitschaft zu investieren. Die Beschäftigung in den 15.282 Betrieben des Kammerbezirks hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen, um 1500 auf 67.000. „Das Handwerk profitiert nicht nur von einer allgemein guten Konjunktur, es trägt diese auch mit“, sagte Lobenstein.

Probleme mit dem Nachwuchs

Zunehmend Probleme bereitet den Handwerksbetrieben die Gewinnung von Nachwuchs. In fast allen Branchen werde es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, obwohl in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich ausgebildet wurde. So hätten im vergangenen Jahr 100 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können. Für das kommende Ausbildungsjahr lägen schon 400 offene Stellen vor.

Vor allem in den Berufen der Metall- und Elektrobranche sowie bei Zahntechnikern fehle es an Nachwuchs. Für diese anspruchsvollen Berufe reichten die Qualitäten der Schulabgänger oft nicht aus, sagte Lobenstein. Das Handwerk selbst sei aber auf Grund der kleinen Betriebsgrößen nicht in der Lage, „Reparaturarbeit“ für schulische Defizite zu leisten.

05.01.2012