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IHK Südthüringen kritisiert Neuregelung zur Sonntagsarbeit


Foto: Uwe Frost

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Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hat die neuen Regelungen zur Genehmigung von Sonntagsarbeit kritisiert. „Äußerst ärgerlich“ sei das Mehr an Bürokratie, um die entsprechende Richtlinie restriktiver einzustellen, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas am Montag in Suhl.  Die Stellungnahmen von Kammern und Verbänden, die bisher vom zuständigen Landesbetrieb zur Untersetzung des Antrages eingeholt wurden, müssen nunmehr vom Unternehmen selbst beschafft werden.

Offenbar setzt man darauf, dass die Unternehmen an der Hürde scheitern, eine Stellungnahme seitens der Gewerkschaften in der gebotenen Frist zu erhalten, sagte Pieterwas. Die neu eingebauten Hürden für Sonntagsarbeit seien wirtschaftsfeindlich, realitätsfern und einzigartig in Deutschland. Inzwischen mehrten sich die Beschwerden der Unternehmen.
Sonntagsarbeit im verarbeitenden Gewerbe bedarf in Deutschland einer Ausnahmegenehmigung. Diese erhalten die Unternehmen nur dann, wenn sie die Notwendigkeit und Unvermeidbarkeit der Sonntagsarbeit umfassend nachgewiesen haben. Bislang wurde in Thüringen innerhalb des Genehmigungsverfahrens zur Sonntagsarbeit aus Sicht der IHK sowohl dem betrieblichen Interesse der Unternehmen als auch dem Gebot der Sonntagsruhe abwägend Rechnung getragen.

Standortnachteile

Die IHK Südthüringen bezweifelt den Sinn der Verschärfung des Antragsverfahrens. „Sicher sind wir uns jedoch darin, dass Standortnachteile im Freistaat aufgebaut werden, da die Thüringer Regelung zur Sonntagsarbeit die nunmehr schärfste in ganz Deutschland darstellt“, sagte Pieterwas. Ganz sicher werde Thüringen auf diese Weise Tempo im Aufholprozess zu den Alten Bundesländern verlieren.

06.02.2012