GfAW legt Bilanz für 2011 vor
Die landeseigene Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GfAW) hat im vergangenen Jahr Projekte zur Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt mit 112,5 Millionen Euro gefördert. Schwerpunkte waren dabei mit jeweils knapp 30 Millionen Euro die Bereiche Berufsvorbereitung und Ausbildung, Berufliche Weiterbildung und Integration sowie Existenzgründung und Beschäftigung, wie GfAW-Geschäftsführer Thomas Kretschmer am Mittwoch in Erfurt mitteilte.
In diesem Jahr stehen der GfAW 137,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fortsetzung der Arbeitsförderung sei dringend notwendig, sagte Kretschmer. „Wenn wir in den vergangenen Jahren etwas gelernt haben, dann, dass die Konjunktur unsere Beschäftigungsprobleme nicht im Selbstlauf lösen wird“, fügte er hinzu.
Strukturelle Spaltung
Auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hält die Förderung für unverzichtbar. Trotz aller Erfolge sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt von einer „strukturellen Spaltung“ gekennzeichnet. Zudem genieße Thüringen als Beschäftigungsstandort nicht den besten Ruf. Das Lohnniveau sei niedrig, die Leiharbeit hoch. Zudem mangele es zunehmend an Fachkräften und die Abwanderung halte an. Auch gebe es einen großen Sockel an Langzeitarbeitslosen.
Deshalb seien die von der Bundesregierung vorgenommenen Kürzungen bei der Arbeitsmarktförderung kontraproduktiv, sagte Machnig. „Wettbewerbsfähige Löhne, Fachkräftesicherung, Kampf gegen Abwanderung – die aktive Arbeitsmarktpolitik bleibt gefordert“, fügte er hinzu. Mit dem im kommenden Jahr zur Verfügung stehenden Fördervolumen könnten bis zu 88.000 arbeit- oder ausbildungsuchende Thüringer unterstützen werden. Dabei werde vor allem der Bereich der beruflichen Integration auf bis zu 51 Millionen Euro erheblich verstärkt.
Förderung auch nach 2014 hoch
Optimistisch äußerte sich der Minister auch zur Zukunft der ESF-Förderung in Thüringen: „Nach jetzigem Stand stehen uns in der Förderperiode ab 2014 rund 560 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung“, sagte er. Im Vergleich zur laufenden Förderperiode (629 Millionen Euro) wäre das ein Rückgang um rund 10 Prozent. „Damit bleibt die Thüringer Arbeitsmarktpolitik handlungsfähig“, sagte Machnig.
22.02.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
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