Wirtschaft & Politik

Reinholz gegen weitere Windräder auf Ackerland


Ein Windpark bei Sömmerda (Foto: Uwe Frost)

Ein Windpark bei Sömmerda (Foto: Uwe Frost)

Thüringens Agrar- und Umweltminister Jürgen Reinholz hat sich gegen weitere Windräder und Photovoltaikanlagen auf Agrarflächen ausgesprochen. Der Flächenverbrauch in Thüringen sei immer noch zu hoch. Deshalb halte er es für falsch, landwirtschaftliche Nutzflächen für solche Anlagen zu nutzen, sagte Reinholz  am Freitag bei der Vorstellung des Agrarberichts der Landesregierung für 2009 und 2010 in Erfurt.

Auch halte er es für unsinnig, als Ausgleich für derart genutzte Flächen weitere Streuobstwiesen anzulegen, die „nach drei Jahren keiner mehr anschaut“. Denkbar wäre stattdessen, Brachflächen zu nutzen oder den Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche finanziell zu Gunsten der Stiftung Naturschutz abzugelten.

Weltmarktpreise machen Landwirten zu schaffen

Nach Einschätzung von Reinholz haben Thüringens Landwirte erheblich unter den stark schwankenden Weltmarktpreisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu leiden. Druck entstehe auch durch die Einbindung der Landwirtschaft in die Rohstoff- und Energiemärkte, die wachsenden Anforderungen der Verbraucher an Qualität bei gleichzeitig niedrigen Preisen und die Forderungen nach nachhaltiger Produktion.

Einkommen sinken

Das habe unter anderem zur Folge, dass die Einkommen der Landwirte sinken. Die verfügbaren Betriebseinkommen seien von rund 35.000 Euro im Jahr 2008 auf rund 31.000 Euro 2009 und 25.200 Euro 2010 zurückgegangen. Deshalb seien staatliche Zuwendungen für die Existenz der Landwirte unverzichtbar. Die Beihilfen entsprächen rund 20 Prozent aller Umsätze und 67 Prozent der betrieblichen Einkommen.

12.08.2011