Wirtschaft & Politik

Thüringer Hotellerie und Gastronomie mit gedämpften Zukunftsprognosen


Thüringens Hotel- und Gaststättengewerbe blickt skeptisch in die Zukunft. Zwar beurteilen die Thüringer Hoteliers die zurückliegende Sommersaison insgesamt positiv, beurteilt die Aussichten für den Winter aber verhaltener. Gleiches gelte für die Gastronomie, erklärte der Dehoga Thüringen.

Nach der Konjunkturumfrage des Verbands stufen 51,7 Prozent der Hoteliers die momentane Geschäftslage als gut und 39,7 Prozent als zufriedenstellend ein. 42,9 Prozent der Hoteliers berichteten von gestiegenen Umsätzen. Ertragssteigerungen erzielten 42,5 Prozent der Beherbergungsbetriebe. Das Investitionsvolumen sei bei 48,6 Prozent der Unternehmen gleich geblieben und konnte bei 31 Prozent sogar gesteigert werden.

Die Geschäftserwartungen für das Winterhalbjahr 2011/2012 würden dagegen verhalten positiv gesehen. 78,2 Prozent der Befragten Unternehmer erwarteten gleichbleibende bzw. bessere Geschäfte. 54 Prozent der Unternehmen rechneten mit gleichbleibenden Umsatzerlösen, aber auch 28,6 Prozent befürchten Umsatzeinbrüche. Ein Drittel (34,3 Prozent) der Hoteliers schätzten die Ertragslage rückläufig ein. Mit gleichbleibenden Erträgen kalkulieren 54,5 Prozent der Beherbergungsbetriebe.

Klage über steigende Kosten

Risikofaktoren wie steigende Betriebs- und Energiekosten, die anhaltenden Diskussionen um eine mögliche Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung sowie auch die Problematik der Bettensteuern und der damit verbundenen Bürokratie sorgten für Unsicherheit bei den Hotelier, sagte Gudrun Münnich, Präsidentin des DEHOGA Thüringen.

Gastronomie mit positiver Bilanz

Optimistischer als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum blicken nach Angaben des Dehoga die Thüringer Gastronomen auf den Sommer zurück. 36,9 Prozent (Vorjahr 18,9 Prozent) der Unternehmer beurteilten die Geschäftslage als gut. Von gesunkenen Umsätzen berichten 35,8 Prozent (Vorjahr 50,4 Prozent) der Gastronomen. Gleichbleibende bzw. gestiegene Umsatzzahlen verzeichneten zwei Drittel (64,2 Prozent) der Gastronomiebetriebe. Das sei eine erster Hoffnungsschimmer, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger.

Die Ertragssituation stelle sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum positiver, jedoch noch lange nicht zufriedenstellend dar. 45,3 Prozent klagten immer noch über Ertragseinbußen. Dies resultiert hauptsächlich, wie auch bei der Hotellerie, aus den hohen Betriebs- und Energiekosten, aber auch aus der kürzeren Verweildauer der Gäste und den damit geringeren Umsätzen durch das bestehende Rauchverbot.

Jeder Dritte erwartet Umsatzverlust

Die Prognosen für die kommende Saison seien weiter gedämpft. Zwar erwarte die Hälfte der Gastronomen einen gleichbleibenden Umsatz, jedoch rechneten auch wieder 32,8 Prozent mit weiteren Umsatzverlusten und 39,1 Prozent mit Ertragsrückgängen. Die Gästezahlen sehen 70,4 Prozent der Unternehmer als weitgehend stabil bzw. ausbaufähig an.

22.11.2011