Landesentwicklungsplan bis Jahresende – Schuldentilgung frühestens ab 2015

Kabinett auf arbeitsreiches Jahr eingestimmt: Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (Foto: Uwe Frost)
Die Landesregierung will noch in diesem Jahr den neuen Landesentwicklungsplan verabschieden. Das kündigte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt an. Zugleich stellte sie klar, dass das Land frühestens ab 2015 mit der Schuldentilgung beginnen könne. Nachdrücklich sprach sich die Regierungschefin für die Beseitigung tariflicher Unterschiede zwischen alten und neuen Ländern aus.
Sie habe das Kabinett auf ein arbeitsreiches Jahr 2012 eingestimmt, sagte Lieberknecht. Im Mittelpunkt stünden die Modernisierung und der Umbau der Verwaltung sowie die weitere Konsolidierung der Landesfinanzen. Das schließe die Aufstellung eines Doppelhaushalts für die Jahre 2013 und 2014 und die Reform des Kommunalen Finanzausgleichs ein. Sie sprach von einem „Pakt für kommunale Stabilität“, in dessen Rahmen der Finanzausgleich mehr Transparenz, mehr Nachvollziehbarkeit und mehr Planbarkeit ermöglichen soll. Der Personalabbau in der Landesverwaltung solle „mit Augenmaß und Weitsicht“ weitergehen.
Arbeit am LEP geht weiter
Mitte des Jahres plane sie den zweiten Kabinettsdurchlauf für den Landesentwicklungsplan, mit dem die Entwicklungsperspektiven bis 2025 festgeschrieben werden sollen. Die Arbeit an dem Plan, der den LEP von 2004 ersetzen wird, sollen soweit vorangetrieben werden, dass er Ende des Jahres verabschiedungsreif ist.
Schuldentilgung absolut notwendig
Lieberknecht bezeichnete den Einstieg in die Schuldentilgung als „absolute Notwendigkeit“. Das sei aber für 2013 und 2014 „nicht das erklärte Ziel“, sondern nur mittelfristig realistisch. Fürs erste solle erreicht werden, dass die Pro-Kopf-Verschuldung nicht weiter ansteigt. Dies könne auch dadurch gelingen, dass der Bevölkerungsrückgang gestoppt wird.
Tarifangleichung gefordert
Die Regierungschefin sprach sich dafür aus, die Attraktivität Thüringens zu erhöhen. Dazu gehörten auch „gute Arbeit und gute Löhne“. Lieberknecht setzte sich in diesem Zusammenhang für bundeseinheitliche Tarifabschlüsse ein. Nur mit guten Lebensbedingungen könne Thüringen im Kampf um die benötigten Fachkräfte bestehen.
10.01.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
Der Trojaner legte weltweit Computer lahm. Angeblich sollten die Nutzer pornografisches Material oder illegal Musik oder Videos aus dem Netz herunter geladen haben, erklärte die Mail mit dem Signum von Polizeibehörden aus aller Welt. 100 Euro sollte man zahlen, dann würde der Computer wieder frei geschaltet. Drei von 100 Betroffenen zahlten. Es hat ihnen nichts genützt, berichtet Gerald Hesztera von der europäischen Polizeibehörde Europol am Donnerstag auf einer Fachtagung in Erfurt. Sie sind Cyberkriminellen aufgesessen.
Termine in Thüringen
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Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
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