IHK Südthüringen kritisiert Neuregelung zur Sonntagsarbeit
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hat die neuen Regelungen zur Genehmigung von Sonntagsarbeit kritisiert. „Äußerst ärgerlich“ sei das Mehr an Bürokratie, um die entsprechende Richtlinie restriktiver einzustellen, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas am Montag in Suhl. Die Stellungnahmen von Kammern und Verbänden, die bisher vom zuständigen Landesbetrieb zur Untersetzung des Antrages eingeholt wurden, müssen nunmehr vom Unternehmen selbst beschafft werden.
Offenbar setzt man darauf, dass die Unternehmen an der Hürde scheitern, eine Stellungnahme seitens der Gewerkschaften in der gebotenen Frist zu erhalten, sagte Pieterwas. Die neu eingebauten Hürden für Sonntagsarbeit seien wirtschaftsfeindlich, realitätsfern und einzigartig in Deutschland. Inzwischen mehrten sich die Beschwerden der Unternehmen.
Sonntagsarbeit im verarbeitenden Gewerbe bedarf in Deutschland einer Ausnahmegenehmigung. Diese erhalten die Unternehmen nur dann, wenn sie die Notwendigkeit und Unvermeidbarkeit der Sonntagsarbeit umfassend nachgewiesen haben. Bislang wurde in Thüringen innerhalb des Genehmigungsverfahrens zur Sonntagsarbeit aus Sicht der IHK sowohl dem betrieblichen Interesse der Unternehmen als auch dem Gebot der Sonntagsruhe abwägend Rechnung getragen.
Standortnachteile
Die IHK Südthüringen bezweifelt den Sinn der Verschärfung des Antragsverfahrens. „Sicher sind wir uns jedoch darin, dass Standortnachteile im Freistaat aufgebaut werden, da die Thüringer Regelung zur Sonntagsarbeit die nunmehr schärfste in ganz Deutschland darstellt“, sagte Pieterwas. Ganz sicher werde Thüringen auf diese Weise Tempo im Aufholprozess zu den Alten Bundesländern verlieren.
06.02.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
Der Trojaner legte weltweit Computer lahm. Angeblich sollten die Nutzer pornografisches Material oder illegal Musik oder Videos aus dem Netz herunter geladen haben, erklärte die Mail mit dem Signum von Polizeibehörden aus aller Welt. 100 Euro sollte man zahlen, dann würde der Computer wieder frei geschaltet. Drei von 100 Betroffenen zahlten. Es hat ihnen nichts genützt, berichtet Gerald Hesztera von der europäischen Polizeibehörde Europol am Donnerstag auf einer Fachtagung in Erfurt. Sie sind Cyberkriminellen aufgesessen.
Termine in Thüringen
15.06.2013 - „Tag der Offenen Tür“ bei PIKO am 15. Juni 2013 »
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.


