Machnig hält Thüringer 1000-Dächer-Programm für Erfolg
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hält das 1000-Dächer-Programm Photovoltaik für einen vollen Erfolg. Im Jahr 2011 seien 87 kommunale Investitionen in Solaranlagen im Umfang von 15,2 Millionen Euro mit 1,36 Millionen Euro gefördert worden. „Mit einem Euro Förderung werden mehr als 11 Euro Investitionen angestoßen“, sagte Machnig am Montag in Erfurt.
„Effizienter kann Förderung nicht sein“, fügte Machnig hinzu. Er wies damit einen vorläufigen Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs zurück. Dieser hatte dem Programm Mitnahmeeffekte von Kommunen bescheinigt. „Wir wissen unsererseits aus unseren Gesprächen mit den Kommunen und Antragstellern, dass sie niemals in Solaranlagen investiert hätten, wenn es das 1000-Dächer-Programm nicht gäbe“, sagte Machnig. In keinem Förderprogramm ließen sich Mitnahmeeffekte komplett ausschließen, aber „wahrscheinlich ist die Quote in kaum einem Programm so gering wie in diesem“.
Kritik der Grünen
Die Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen sieht sich dagegen durch den aktuellen Prüfbericht des Rechnungshofes in ihrer Kritik am 1000-Dächer-Programm bestätigt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass es diesem Programm an einer konkreten Ausrichtung fehlt“, sagte Dirk Adams, energiepolitischer Sprecher der bündnisgrünen Fraktion. In seiner jetzigen Form unterstütze es Mitnahmeeffekte, aber nicht die dringend notwendige Innovation. „Wir halten die Unterstützung von Solarenergie natürlich für erhaltenswert, besonders in speziellen Einsatzbereichen – aber sie muss an nachhaltigen Kriterien orientiert sein.“
Die Bündnisgrünen forderten daher die bessere Ausrichtung auf innovative Technologien. „So könnte die Unterstützung der wirtschaftsnahen Forschung die heimischen Unternehmen im Wettbewerb stärken“, sagte Adams.
27.02.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
Der Trojaner legte weltweit Computer lahm. Angeblich sollten die Nutzer pornografisches Material oder illegal Musik oder Videos aus dem Netz herunter geladen haben, erklärte die Mail mit dem Signum von Polizeibehörden aus aller Welt. 100 Euro sollte man zahlen, dann würde der Computer wieder frei geschaltet. Drei von 100 Betroffenen zahlten. Es hat ihnen nichts genützt, berichtet Gerald Hesztera von der europäischen Polizeibehörde Europol am Donnerstag auf einer Fachtagung in Erfurt. Sie sind Cyberkriminellen aufgesessen.
Termine in Thüringen
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.

