Thüringer Lokalfernsehen gewinnt an Profil
Das Lokalfernsehen in Thüringen gewinnt an Profil. Deutlich mehr als die Hälfte des Programms machend die Sender bereits selbst, geht aus einer Analyse der Thüringer Landesmedienanstalt hervor, die am Mittwoch in Erfurt veröffentlicht wurde. Große Bedeutung haben dabei Informationsformate. Zu schaffen macht den Anbietern immer noch die Finanzierung, konstatierte TLM-Direktor Jochen Fasco.
Ein Ergebnis der Studie sei die große Akzeptanz des lokalen Fernsehens. 600.000 potenzielle Zuschaer gibt es laut Studie, 91 Prozent davon schauen Lokal-TV, davon drei Viertel wiederholt. Die Zuschauer bewerteten die Programme überwiegend gut. Besonders geschätzt würden Glaubwürdigkeit und Professionalität.
16 Anbieter
Derzeit gibt es 16 Anbieter von lokalen Fernsehsendungen, die überwiegend über Kabel ausgestrahlt werden. Das Spektrum reicht dabei von jena.tv mit über 100.000 erreichbaren Haushalten bis zu Sendern mit weniger als 10.000 Haushalten wie dem Stadtkanal Steinach oder Bad-Berka-TV.
Wirtschaftliche Lage schwierig
Die wirtschaftliche Lage der lokalen Anbieter bezeichnete Fasco als nach wie vor schwierig. Allerdings sei ihnen nach der Einstellung mehrerer Sender 2006 und 2007 der Umbruch und die umfassende Neuorientierung gelungen, sagte Fasco. Obwohl es keine Begrenzung für Werbung gebe, dauere es sehr lange, bis Sender über stabile Werbeeinkünfte verfügten. Das zeige jena.tv, das bereits seit vielen Jahren sendet und eine große reichweite habe. „Neben der technischen Reichweite spielen offenbar die Erfahrung, die Bekanntheit, die Vernetzung und die Akzeptanz, die sich erst im Laufe der Jahre einstellen, weine wichtige Rolle für die Qualität und den Erfolg eines lokalen Fernsehprogamms“, sagte Fasco.
Information dominiert
Bei den Sendungen der lokalen Anbieter dominiert die aktuelle Information aus dem Sendeort und der Region, sagte Angelika Heyen, eine der Autorinnen der Studie. Dabei bieten vor allem die größeren Sender täglich aktualisierte Sendungen an. Thematisch spielen Kultur, Wirtschaft und Infrastruktur die größte Rolle. Zunehmend setzten die Sender auch Interviews ein. Auch Themen aus dem Alltag, der Heimat und der privaten Lebenswelt hätten eine große Bedeutung. Selbst Werbung genieße wegen ihres lokalen Nutzwertes große Akzeptanz unter den Zuschauern.
(Die Studie ist unter www.tlm.de abrufbar)
29.02.2012
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