Jede dritte Existenzgründung in Thüringen von einer Frau
Jede dritte Existenzgründung in Thüringen wird von einer Frau gestartet. Auch das Interesse an einer Existenzgründung ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, berichtet die Industrie- und Handelskammer Erfurt am Mittwoch. So seien vor sieben Jahren nur 32 Prozent der Gründungsinteressierten Frauen gewesen. 2010 habe die Quote bereits bei 40 Prozent gelegen.
Das sei „eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung, zumal Frauen sich intensiv und umfassend mit dem Gründungsprozess auseinandersetzen und die eigene Existenz sehr sorgfältig planen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Frauen stünden der Lebensperspektive Selbstständigkeit offensichtlich aufgeschlossener als noch vor wenigen Jahren gegenüber. Zudem liege der Anteil selbstständiger Frauen in Thüringen seit vielen Jahren über dem Bundesdurchschnitt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass schon bald die Hälfte aller Unternehmen von Frauen gegründet wird“, gab sich Grusser für die Zukunft optimistisch.
Chance auf Wiedereinstieg
Nach Einschätzung der Kammer bewerten die Jungunternehmerinnen das Risiko einer Selbstständigkeit oftmals bewusster. Sie begännen oft zunächst nebenberuflich oder nur mit geringen finanziellen Belastungen. Viele nutzten die Gründung auch, um nach einer längeren Familienpause oder Arbeitslosigkeit wieder in den Beruf einzusteigen. „Frauen gründen später, kleiner und vorsichtiger als Männer“, sagte Grusser. Das liege daran, dass Frauen nach wie vor die Verantwortung für Familie und Haushalt übernehmen. „Die Mehrfachbelastung stellt jedoch neben dem unregelmäßigen Einkommen sowie den steuerlichen und juristischen Formalitäten gleichzeitig die größte Herausforderung für die Jungunternehmerinnen dar“, sagte der Hauptgeschäftsführer.
07.03.2012
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