Nachhaltigkeit entsteht nicht im Selbstlauf
Nachhaltigkeit entsteht nach Einschätzung der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke nicht im Selbstlauf. Sie lasse sich auch nicht allein durch ehrenamtliches Wirken durchsetzen, sagte Rinke am Mittwoch nach der Konferenz „Kommunen auf dem Weg – 20 Jahre lokale Agenda 21 in Thüringen“ in Erfurt. Umweltminister Jürgen Reinholz würdigte indes das ehrenamtliche Engagement in den Kommunen und sagte, bei der Umsetzung der Agenda 21 sei Thüringen gut vorangekommen.
Nach Angaben von Reinholz haben in den vergangenen 20 Jahren seit der Verabschiedung der Agenda 21 in Rio mehr als ein Drittel der rund 1000 Kommunen im Freistaat eine lokale Agenda auf den Weg gebracht. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich. Allerdings sei in den letzten Jahren zu beobachten, dass der Elan der Anfangsjahre etwas nachgelassen hat.
Positive Beispiele
Reinholz nannte eine Reihe positiver Beispiele. So zeige sich, dass lokales Engagement von Firmen und Verwaltung für Umwelt und Unternehmen Gewinn bringe. Die Stadt Nordhausen habe mit dem Projekt „Fair Trade“ ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt gesetzt.
Nachhaltigkeitsstrategie des Landes
Mit Nachdruck wolle das Land seine im vergangenen Jahr verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen, sagte Reinholz. sagte, ohne ehren amtliches Engagement wäre eine nachhaltige Entwicklung undenkbar. Dazu gehöre unter anderem, die vorhandenen Ressourcen vernünftig zu nutzen und die Energiewende voranzutreiben. Auch wolle das Land weiter daran arbeiten, den Flächenverbrauch zu reduzieren. In diesem Zusammenhang sprach sich der Umweltminister dafür aus, anstelle von der Ausweisung von Ausgleichsflächen einen zweckgebundenen monetären Ausgleich für versiegelte von Flächen zu ermöglichen. Das Geld könnten Naturschutzverbände für ihre Projekte gut gebrauchen.
Engagement gefährdet
Rinke, die dem Beirat für nachhaltige Entwicklung angehört, sagte, nachhaltige Entwicklung sei als freiwillige Leistung der Kommunen durch die Sparzwänge gefährdet. Für Nachhaltigkeit bedürfe es auch der „Manpower“ in der Verwaltung, da ehrenamtliches Engagement nicht ausreiche.
28.03.2012
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