Leerstand wächst – Nachfrage sinkt
Der Wohnungsleerstand in Thüringen nimmt bis 2025 zu, die Nachfrage sinkt – und dennoch müssen Jahr für Jahr rund 6600 Wohnungen neu gebaut werden. Das geht aus einer Studie des Berliner Instituts empirica hervor, die vom Thüringer Bauministerium in Auftrag gegeben worden war und am Donnerstag in Sömmerda vorgesellt wurde.
Danach wird der Leerstand an Wohnungen von derzeit etwa 40.000 bis 60.000 auf 180.000 Wohnungen ansteigen. Das bedeutet: Weiterer Abriss, sagte Bauminister Christian Carius auf einer Konferenz in Sömmerda. Dass dennoch neue Wohnungen gebaut werden müssen, liegt an den demografischen Veränderungen: Die Bevölkerung verringert sich nach der Studie bis 2025 von derzeit 2,2 Millionen auf 1,89 Millionen Einwohner. Auch die Zahl der Haushalte verringert sich deutlich, und die Haushalte selbst werden kleiner. Im Schnitt sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße von derzeit 1,98 auf 1,88 Personen. Zunehmen wird allein die Zahl der kleinen Haushalte, in denen Menschen wohnen, die alter als 60 Jahre sind.
Andere Wohnungen gefragt
Hinzu kommt eine deutliche Wanderung vom Land in die städtischen Zentren. Im Schnitt wird laut empirica die Nachfrage nach Wohnungen landesweit um 10 Prozent sinken. Allein die Städte Weimar, Jena und Erfurt bilden eine Ausnahme mit einer Steigerung der Nachfrage um 9, 7 und 3 Prozent. „Die haben die falsche Qualität und stehen am falschen Ort“, sagte dazu der Direktor des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft, Hans-Joachim Ruhland. Zwar seien 9 von 10 der von den vtw-Mitgliedern betreuten Wohnungen saniert oder teilsaniert, doch werden alters- und behindertengerechte Wohnungen mit einem passenden Umfeld gebraucht:, mit Dingen des alltäglichen Lebens wie Stellplätze für Behindertenfahrzeuge, Aufzüge oder Pflege- und Dienstleistungseinrichtungen in der näheren Umgebung. Auch werde die soziale und altersgerechte Durchmischung der Wohnungsbestände immer wichtiger.
Weitere Förderung nötig
Sowohl Carius als auch Ruhland halten deshalb die weitere Förderung des Wohnungsbaus für erforderlich. Ruhland verlangte, die Förderung des Bundes auf hohem Niveau zu vestetigen. Um die 500 Millionen Euro seien jedes Jahr nötig. Derzeit sind es nach Angaben von Carius 455 Millionen Euro. Förderprogramme im Städte- und Wohnungsbau seien hilfreiche Instrumente bei der Umsetzung der in der Studie beschriebenen Trends.
zurückgehen.
29.03.2012
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