Thüringer Regierung für mehr Eiweißpflanzen auf heimischen Feldern
Die Thüringer Landesregierung setzt sich für mehr Eiweißpflanzen auf heimischen Feldern ein. „Zur Fütterung unserer Tiere sollten wir uns nicht allein von Soja-Importen abhängig machen, für die oft sogar noch Regenwald gerodet wurde“, sagte Thüringens Agrarstaatssekretär Roland Richwien am Freitag in Erfurt.
Richwien kündigte an, Thüringen werde sich aktiv in das Eiweißpflanzenkonzept der Bundesregierung einbringen. Eine separate Strategie für Thüringen lehnte er ab.
Auf Bundesebene wolle sich Thüringen besonders im Bereich der Forschung zu Sorten und Anbauverfahren engagieren. Schon jetzt arbeite die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft mit im Verbundprojekt „Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland“, seit 2011 gefördert durch ein Bundesprogramm. Weiterhin trete die Landesregierung dafür ein, im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik auch auf europäischer Ebene den Anbau von Eiweißpflanzen zu forcieren.
Derzeit wachsen auf rund 26.000 Hektar oder vier Prozent der Ackerfläche im Freistaat Eiweißpflanzen, davon sind 70 Prozent Futtererbsen. Deutschlandweit liegt die Anbaufläche für Leguminosen bei knapp 100.000 Hektar oder 0,8 Prozent der Ackerfläche. Seit 1998 ist in ganz Deutschland die Anbaufläche um zwei Drittel geschrumpft.
Der Anbau von Leguminosen erhöht die Fruchtbarkeit des Bodens, verbessert seine Struktur und mindert den Krankheitsdruck auf nachfolgende Kulturen. Kleinkörnige Leguminosen wie Kleesorten oder Luzerne sind wertvolle Bienenweiden.
Traditionell liefern Hülsenfrüchte hochwertige Eiweiße für die Ernährung von Mensch und Tier. In puncto Eiweißqualität wird die Sojabohne von keiner anderen Leguminose übertroffen. Aufgrund ihrer Klimaansprüche kann die Sojabohne in Deutschland bislang nur in günstigen Lagen angebaut werden.
04.05.2012
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