Thüringer Wirtschaft sieht Konjunkturdelle überwunden
Die Thüringer Wirtschaft sieht sich nach einer kurzen Schwächephase zum Jahreswechsel wieder im Aufwärtstrend. Die Stimmung in den Unternehmen Nord- und Mittelthüringens hat sich deutlich aufgehellt, konstatierte der Erfurter IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Auch sein Suhler Amtskollege Ralf Pieterwas geht davon aus, dass die Auftriebskräfte wieder stärker werden.
In Nord- und Mittelthüringen hätten die Unternehmen einen stabilen Auftragsbestand und weitgehend ausgelastete Kapazitäten, was für eine positive Ertragslage sorge. „Die Unternehmen präsentieren sich aktuell in einer guten Verfassung. Branchenübergreifend schätzen 39 Prozent der Befragten ihre Situation mit gut ein und immerhin 45 Prozent sind mit ihrer Geschäftslage noch durchaus zufrieden“, sagte Grusser zu den Ergebnissen der jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 900 Mitgliedsbetrieben. Für die kommenden Monate rechne inzwischen jeder fünfte mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. Ende letzten Jahres wäre dies nur jeder Zehnte gewesen.
Optimismus auch in Südthüringen
In Südthüringen schätzt die Mehrzahl der befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als positiv ein. So beurteilen 37 Prozent ihre Lage als gut, weitere 50 Prozent als befriedigend. Zu Beginn des Jahres beurteilten allerdings 45 Prozent ihre Lage als gut und 42 Prozent als befriedigend. Besonders hoch fällt nach der Umfrage in Südthüringen die Zufriedenheit derzeit in der Industrie, im Baugewerbe, im Einzel- und Großhandel sowie in der Dienstleistungswirtschaft aus. Unzufrieden sind hingegen die Unternehmen aus dem Verkehrsgewerbe, die erheblich von den gestiegenen Spritpreisen betroffen sind.
Von gestiegenen oder unveränderten Aufträgen berichten derzeit 76 Prozent der südthüringer Unternehmen. Der Auftragsbestand ist für 70 Prozent verhältnismäßig groß oder zumindest ausreichend. Vor diesem Hintergrund erwirtschaften 83 Prozent der Unternehmen Gewinne oder können ihre Kosten decken.
Warnungen vor Risiken
Allerdings bestehen nach Einschätzung beider Kammern weiterhin Risiken für den Aufschwung. Pieterwas machte auf erschwerte Rahmenbedingungen aufmerksam, was sich in einem Rückgang der Zahl der Betriebe mit einer Auslastung von 80 Prozent zeige. Grund sei die nachlassende Auslandsnachfrage.
Grusser sagte, ungeachtet des Aufschwungs sei die Konjunktur weiterhin anfällig für Erschütterungen. Vor allem die Euro-Krise bleibe ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Zudem seien Turbulenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen eine zusätzliche Gefahrenquelle. Hier muss die Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik weiter wachsam sein.
09.05.2012
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