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Steuereinnahmekraft der Kommunen stark gestiegen


Grafik: TLS

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Die Steuereinnahmekraft der Gemeinden aus Realsteuern, Gewerbesteuerumlage und den Gemeindeanteilen an der Einkommen- und Umsatzsteuer betrug im vergangenen Jahr 1,168 Milliarden Euro. Das waren 14 Prozent mehr als im Jahr 2010. Je Einwohner entsprach das einem Anstieg von 68 Euro auf nunmehr 524 Euro, den bislang höchsten Betrag für Thüringen, wie das Landesamt für Statistik ermittelte.

Eine Ursache dafür ist, dass 591von 913 Thüringer Gemeinden im Jahr 2011 den Hebesatz für eine oder mehrere Realsteuerarten erhöht haben. Die landesdurchschnittlichen Realsteuerhebesätze für das Jahr 2011 seien  dadurch deutlich angestiegen. Für die Grundsteuer A bedeutete dies einen Anstieg von 241 auf 271 Prozent, für die Grundsteuer B von 346 auf 383 Prozent und der landesdurchschnittliche Hebesatz der Gewerbesteuer entwickelte sich von 349 auf 367 Prozent.

An Realsteuern nahmen im Jahr 2011 die Thüringer Gemeinden 764 Millionen Euro ein, davon 559 Millionen Euro an Gewerbesteuer (brutto) und 205 Millionen Euro an Grundsteuern. Das waren 107 Millionen Euro bzw. 16 Prozent mehr an Realsteuern als im Jahr 2010.

Die Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer stiegen gegenüber dem Jahr zuvor um 41 Millionen Euro bzw. 12 Prozent auf 377 Millionen Euro. Aus dem Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer hatten die Gemeinden im Jahr 2011 mit insgesamt 80 Millionen Euro Mehreinnahmen in Höhe von rund vier Millionen Euro bzw. 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2010.

Die an Bund und Land abzuführende Gewerbesteuerumlage, deren Umlagesatz bei 35 Prozent lag, belief sich im Jahr 2011 auf 53 Millionen Euro. Im Jahr 2010 waren es bei einem Umlagesatz von ebenfalls 35 Prozent 47 Millionen Euro.

Bei den kreisfreien Städten war pro Kopf der Bevölkerung die Stadt Jena mit 720 Euro am steuerstärksten. Steuerschwächer waren Suhl, Eisenach, Erfurt, Gera und Weimar (622 Euro, 615 Euro, 584 Euro, 528 Euro und 472 Euro). Alle kreisfreien Städte konnten jedoch eine Erhöhung ihrer Steuereinnahmekraft verzeichnen.

Kreisangehörige Gemeinden wie Großheringen im Landkreis Weimarer Land (8881 Euro), Ichtershausen im Ilm-Kreis (3790 Euro) sowie Mörsdorf im Saale-Holzland-Kreis (3414 Euro), die meist über Jahre bei den Pro-Kopf-Werten ein Mehrfaches des Landesdurchschnittes erzielten, liegen zwar im Bereich vieler großer Städte der alten Bundesländer, können aber wegen ihres relativ geringen Volumens den Thüringer Durchschnitt nur wenig beeinflussen.

15.05.2012