Positive Steuerschätzung – Voß will Doppelhaushalt
Die Mai-Steuerschätzung ergibt für Thüringen voraussichtliche Mehreinnahmen in Höhe von rund 96 Millionen Euro im Vergleich zum Haushaltsplan 2012. Für das kommende Jahr liege das Ergebnis der Steuerschätzung um 136 Millionen Euro über der Novemberschätzung. Für 2014 rechne der Freistaat mit 184 Millionen mehr, teilte Thüringens Finanzminister Wolfgang Voß am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt mit.
„Wir erleben stabile konjunkturelle Verhältnisse, die sich in den Steuerprognosen positiv niederschlagen“, sagte Voß. Er spreche sich deshalb dafür aus, für 2013 und 2014 einen Doppelhaushalt aufzustellen. „Mehr Stabilität werden wir nicht bekommen“, sagte Voß mit Blick auf Bedenken des Koalitionspartners SPD, der sich wegen der unsicheren internationalen Finanzkrise und den sich daraus ergebenden Risiken bislang gegen einen Doppelhaushalt ausgesprochen hatte.
Finanzpolitische Gesichtspunkte stünden einem Doppelhaushalt nicht mehr entgegen, sagte Voß. Ein solcher Etat sei „ein Stück Stabilität für das Land, für die Verwaltung und auch für die Kommunen“.
Weiter sparen
Voß sprach sich gegen Konjunkturprogramme und damit gegen neue Schulden aus. Solche Programme seien aufgrund der zur Zeit brummenden Konjunktur nicht notwendig. Stattdessen müsse weiter der Abbau der Verschuldung im Blick bleiben. Die prognostizierten Mehreinnahmen verpflichte Thüringen, in den kommenden fünf Jahren 261 Millionen Euro an Schulden zu tilgen. Hinzu kämen Mehrausgaben durch steigende Personalausgaben infolge von Tarifsteigerungen. „Das Mehr wird aufgezehrt, so dass es wenig Spielräume gibt“, sagte Voß mit Blick auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen.
Mehr angemeldet
Der Finanzminister wies darauf hin, dass die Ressorts insgesamt 740 Millionen Euro mehr an bedarf angemeldet hätten, als ausgegeben werden könnten. Für 2014 seien es 800 Millionen Euro. Das bewege sich etwa auf dem Niveau der Verhandlungen für 2012, als die Ressorts 840 Millionen mehr beansprucht hatten.
15.05.2012
Hintergrund
Viel Kohle ohne Risiko
Der Trojaner legte weltweit Computer lahm. Angeblich sollten die Nutzer pornografisches Material oder illegal Musik oder Videos aus dem Netz herunter geladen haben, erklärte die Mail mit dem Signum von Polizeibehörden aus aller Welt. 100 Euro sollte man zahlen, dann würde der Computer wieder frei geschaltet. Drei von 100 Betroffenen zahlten. Es hat ihnen nichts genützt, berichtet Gerald Hesztera von der europäischen Polizeibehörde Europol am Donnerstag auf einer Fachtagung in Erfurt. Sie sind Cyberkriminellen aufgesessen.
Termine in Thüringen
15.06.2013 - „Tag der Offenen Tür“ bei PIKO am 15. Juni 2013 »
Frosts Kolumne
Harte Einschnitte
Regierungschefin Christine Lieberknecht spricht von einem „dramatischen Bericht“. Und in der Tat hat die von der schwarz-roten Landesregierung berufene Expertenkommission dem Freistaat harte Einschnitte nahe gelegt. Sie betreffen einerseits die Landesverwaltung selbst, andererseits aber auch die Kommunen und ihre Strukturen. Da aber beginnt ein Dilemma. Denn für die Reformen der beiden Ebenen hat Lieberknecht einen unterschiedlichen Zeitplan.
Abonnieren Sie hier kostenlos aktuelle Nachrichten aus Thüringen.


