Wirtschaft & Politik

E.ON will sich offenbar von Thüringer Tochter trennen


Der Energieversorger will sich offenbar von einer Reihe regionaler Tochterunternehmen trennen. Der Konzern beabsichtige, das Regionalversorgungsgeschäft in Deutschland künftig auf die vier größten Regionalversorger E.ON Avacon AG, E.ON Bayern AG, E.ON edis AG und E.ON Hanse AG zu konzentrieren, teilte E.ON am Montag in Düsseldorf mit. Im Zuge dieser Konzentration werde E.ON bei E.ON Mitte und E.ON Thüringer Energie Gespräche mit den jeweiligen kommunalen Partnern über eine Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse aufnehmen. Bei E.ON Westfalen Weser laufen bereits entsprechende Gespräche.

Die vier größten Regionalversorger stünden für rund drei Viertel des heutigen Regionalversorgungsgeschäfts. Sie bildeten einen schlagkräftigen Verbund, der insbesondere mit einem beschleunigten Ausbau der Netze und der dezentralen Erzeugung die Umsetzung der Energiewende in den Regionen aktiv gestalten wird, hieß es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

„Die Energiewende ist für unser Regionalversorgungsgeschäft in Deutschland Herausforderung und Chance zugleich“, erklärte Thomas König, bei E.ON für das Netzgeschäft in Deutschland verantwortlich. Dazu müsse E.ON aber ihre finanziellen Ressourcen stärker konzentrieren und einen noch engeren Schulterschluss mit den kommunalen Partnern finden. E.ON sei in diesem Zusammenhang auch offen für eine Stärkung der Rolle seiner kommunalen Mitaktionäre, zum Beispiel durch eine Aufstockung kommunaler Beteiligungen an bestehenden Geschäften oder lokale Beteiligungsmodelle bei der Entwicklung neuer Aktivitäten.

Thüringer Kommunen zu Gesprächen bereit

Die KEBT Kommunale Energiebeteiligungsgesellschaft Thüringen AG ist zu Gesprächen mit E.ON bereit. Die Ankündigung des Konzerns, die Thüringer Energie AG zu veräußern, komme nicht ganz überraschend, erklärte die KEBT. Schon seit längerem habe die kommunale Familie ihr Interesse an der Mehrheitsübernahme der Aktien bekundet. Die Gespräche hierüber würden in den nächsten Wochen intensiviert.

An der Thüringer Energie AG, die derzeit rund 600.000 Kunden mit Strom, Gas und Fernwärme versorgt, hält E.ON derzeit 53 Prozent der Anteile. Die übrigen 47 Prozent sind in der Hand der Thüringer Kommunen. Außerdem ist die E.ON Thüringer Energie AG ihrerseits an einer Reihe von Stadtwerken mit unterschiedlich hohen Anteilen beteiligt.

04.06.2012