Wirtschaft & Politik

Energiewende ist größtes industriepolitisches Projekt der Nachkriegszeit


Foto: Uwe Frost

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Die Energiewende ist nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Matthias Machnig „das größte industriepolitische Projekt der Nachkriegszeit“. Es gehe dabei um den Umbau der Energieversorgung und den Aufbau völlig neuer Strukturen, sagte Machnig am Mittwoch auf einer Konferenz zur Energieeffizienz in Erfurt.

Eine der größten Herausforderungen bezeichnete Machnig den beschleunigten Ausbau der Netze. Allerdings dauerten die Genehmigungsverfahren mit durchschnittlich zehn Jahren viel zu lange. „Mit diesem Tempo wird die Energiewende nicht gelingen“, sagte Machnig. Er verlangte die Gründung einer Deutschen Netz AG mit öffentlicher Beteiligung.

Neue Strukturen

Machnig begrüßte den geplanten Verkauf der E.ON Thüringer Energie AG als große Chance für die Kommunen und das Land. In Zukunft würden neue Strukturen entstehen, bei denen die regionale, dezentrale Versorgung eine größere Rolle spielen werde. Auch müssten verschiedene Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien entwickelt werden.

Effizienz steigern

Notwendig sei es ferner, die Energieeffizienz deutlich zu steigern. Dies werde sich zu einem Schlüsselmarkt entwickeln. Eine große Rolle komme dabei der energetischen Sanierung des Wohnungsbestandes zu. Dafür müssten aber die KfW-Mittel deutlich über das bisher geplante Niveau von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr angehoben werden. Mit diesem Betrag könnte nur 1 Prozent des Bestandes pro Jahr energetisch saniert werden. Damit würde die Sanierung 100 Jahre dauern.

Machnig sprach sich zugleich dafür aus, Investitionen in Energieeffizienz steuerlich zu begünstigen und die Unternehmen dazu zu verpflichten, Energiemanagementsysteme einzuführen. Mehr Klarheit bei der Kennzeichnung der Energieeffizienz von Geräten müsse zudem Transparenz für den Verbraucher bringen.

13.06.2012