Machnig: Ohne kommunales Engagement keine Energiewende
Ohne kommunales Engagement gibt es nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig keine Energiewende. „Mit ihrer regionalen Verankerung sind Kommunen und Stadtwerke wie geschaffen dafür, die Nutzung der erneuerbaren Energien voranzutreiben und eine am Verbraucher und der regionalen Wertschöpfung orientierte Energieversorgung zu sichern“, sagte Machnig am Mittwoch beim Auftakttreffen des Netzwerks „Energie und Kommune“, das von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) organisiert wird.
Derzeit versorgten die Stadtwerke ihre Kunden mit mehr als der Hälfte des deutschlandweit erzeugten Stroms, produzierten aber selbst weniger als ein Zehntel (9,2 Prozent) der Elektrizitätsmenge, sagte Machnig. „Hier gibt es noch viel Luft nach oben“, fügte er hinzu. Gerade die regenerativen Energieträger seien eine große Chance für die Kommunen, wieder selbst stärker als Energieversorger aktiv zu werden und damit zugleich ihre kommunalen Einnahmen zu verbessern. Wie groß die Potentiale sind, zeige eine aktuelle Studie: So haben Investitionen in Sonne, Wind und andere regenerative Energieträger im Jahr 2009 in Deutschland rund 6,8 Milliarden Euro an regionaler Wertschöpfung ausgelöst. Die Kommunen haben davon mit rund 600 Millionen Euro Steuereinnahmen profitiert.
Als große Chance für eine Rekommunalisierung der Energieversorgung sieht Machnig in diesem Zusammenhang die Ankündigung E.ONs, seine Thüringer Regionaltochter zu verkaufen. „Wir brauchen ein Thüringer Modell, das die Interessen von Städten, Gemeinden und potentiellen Investoren vernünftig aufeinander abstimmt“, sagte Machnig. Dabei gehe es nicht nur um eine Übernahme des Thüringer Regionalversorgers, sondern vor allem auch darum, Zukunftsinvestitionen auf den Weg zu bringen sowie professionelle Managementstrukturen und neue intelligente Geschäftsfelder zu entwickeln.
20.06.2012
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